Ulm Schwörmontag ein Feiertag? Ulmer Gemeinderäte uneins

Alle Jahre wieder eröffnet Oberbürgermeister Ivo Gönner (SPD) mit der Schwörrede auf dem Weinhof Ulms wichtigstes Fest des Jahres.
Alle Jahre wieder eröffnet Oberbürgermeister Ivo Gönner (SPD) mit der Schwörrede auf dem Weinhof Ulms wichtigstes Fest des Jahres. © Foto: dpa
ISABELL GAMPERLING 08.08.2012
Schwörmontag als gesetzlicher Feiertag? Wir haben die Vorsitzenden der Ulmer Gemeinderats-Fraktionen gefragt, was sie von der Idee halten. Die Meinungen sind geteilt.
Gefeiert wird an Schwörmontag schon lange. Warum diesen Tag also nicht zum gesetzlichen Feiertag machen? In einer nicht-repräsentativen Online-Umfrage auf swp.de hatten sich 84,5 Prozent der Teilnehmer für einen solchen Vorschlag ausgesprochen. Und was sagen die Ulmer Gemeinderäte dazu? Wir haben nachgefragt:

Für Reinhold Eichhorn ist der Schwörmontag inoffiziell schon lange ein Feiertag. "Aber wenn er auch ein gesetzlicher Feiertag werden soll, bin ich natürlich dafür", sagt der Fraktionsvorsitzende der FWG. "Als Junge habe ich es am Schwörmontag erlebt, dass alle Geschäfte zu hatten. Das war gut." Genau das wünscht Eichhorn sich wieder für Ulms wichtigsten Tag im Jahr. "Ich würde eine Initiative unterstützen."

Anderer Meinung ist Bruno Waidmann, Vorsitzender der FDP-Fraktion: "Der Schwörmontag ist ein freiwilliger Feiertag für die Ulmer und Neu-Ulmer und so soll es auch bleiben." Durch einen gesetzlichen Feiertag gäbe es wieder Beschränkungen. Wenn jemand arbeiten möchte, sollte er das auch am Schwörmontag können, so seine persönliche Sichtweise. "Falls das Thema im Gemeinderat diskutiert werden sollte, wird sich die FDP-Fraktion natürlich gerne beteiligen."

Auch Dorothee Kühne ist gegen einen Schwörmontag als gesetzlichen Feiertag. "Es sind ja nicht bloß die Ulmer, die da teilnehmen. Wo wollen wir denn da die Grenze ziehen? Neu-Ulm müsste dann ja auch mitmachen." Die Fraktionschefin der SPD hält den Einzugsbereich einfach für zu groß. Für Kühne bedarf der Schwörmontag zudem keiner weiteren Aufwertung durch eine gesetzliche Sonderstellung.

Thomas Kienle, Fraktionsvorsitzender der CDU, würde sich persönlich für einen gesetzlichen Feiertag einsetzen. "Ich habe da eine große Sympathie. Allerdings finde ich es sehr wichtig, vorher erst Arbeitgeber, Kammern und Verbände zu befragen, ob sie das auch unterstützen." Ohne die Zustimmung von der Arbeitnehmerseite würde Kienle daher auch nicht aktiv werden wollen.

"Meine Tendenz geht dahin, zu sagen: Wir lassen es so, wie es ist." Es sei wohl eher schwierig, einen gesetzlichen Feiertag der Unternehmerschaft aufzudrücken, meint Birgit Schäfer-Oelmayer von den Grünen. Außerdem ziehe der Schwörmontag auch Leute von weiter her in die Stadt, die dann oftmals noch einkaufen wollen. Allein für die Schulen findet die Fraktionsvorsitzende einen freien Tag gut: "Da läuft sowieso nichts mehr."

"So aus dem hohlen Bauch heraus bin ich dafür", meint Uwe Peiker. "Der Schwörmontag ist mit der Schwörrede ohnehin schon sehr feierlich, da wäre es doch schön, wenn es ein richtiger Feiertag wäre." Der Gemeinderatsabgeordnete der Ulmer Linken könnte sich auch vorstellen, dass, wenn die Geschäfte zu haben, sich auch der übermäßige Alkoholkonsum etwas eindämmen würde. "Dann könnte man sich, wenn der Rucksack leer ist, nicht einfach Nachschub kaufen."

Bisher war die Frage, ob der Schwörmontag gesetzlicher Feiertag werden soll, weder Thema in den Parteien noch im Ulmer Gemeinderat. Alle Fraktionen sind aber bereit, das Thema auf die Tagesordnung zu nehmen.