Wenn an Schwörmontag wieder DJ Antoine als Star der kostenlosen Party auf dem Münsterplatz auftritt, werden Erinnerungen an den Auftritt des Schweizer Musikers 2013 und die damit verbundene Panik auf dem Münsterplatz wach. Damals musste Bereitschaftspolizei den Platz stürmen, weil die Security die Lage nicht mehr unter Kontrolle hatte. Zahlreiche Jugendliche waren gegen Absperrungen innerhalb des Platzes gedrückt worden und konnten sich nicht befreien. Es gab 15 Schwerverletzte, insgesamt 75 verletzte Schwörmontagsbesucher „So einem massiven Druck hatten wir definitiv noch nie“, sagte damals Rainer Türke von den Bürgerdiensten.

Er hat allerdings mit einem neuen Sicherheitskonzept für den Münsterplatz auf die Fehler der Vergangenheit reagiert. Es hatte zunächst sogar eine Nachbesprechung im Gemeinderat gegeben, in der Oberbürgermeister Ivo Gönner die auswärtige Security als „völlig überfordert und völlig unfähig“ kritisierte.

Das waren die Fehler 2013

Zu den Kardinalfehlern damals zählte der überlastete Eingang am Stadthaus, vom dem aus sich der Druck von insgesamt 9000 Partygästen in Richtung Bühne aufbaute. Das wird so nicht mehr vorkommen, betonte Türke. Vielmehr sorgt ein zweiter Zugang von der Platzgasse her für Entlastung. Die Lage am Münsterplatz entspannt sich auch dadurch, dass seit vergangenem Jahr die Arkaden, die vormals zur Partyzone zählten und abgesperrt waren, ungehindert begehbar sind. Türke: „Die Besucher können frei um den Platz herumgehen.“

Das hat aber zur Folge, dass das Fassungsvermögen des Münsterplatzes an Schwörmontag auf 8000 Menschen reduziert wurde. Normalerweise sind sogar 11.400 möglich. Am Sonntag beim Bezahlkonzert mit der Elektro-Band Scooter rechnen die Sicherheitskoordinatoren ohnehin mit maximal 6000 Besuchern. „Das wird relativ entspannt“, sagte Türke.

Aus seiner Sicht dürfte auch der Auftritt von DJ Antoine diesmal unproblematisch verlaufen: „Das ist nicht mehr dieser Hype.“ Das Partypublikum werde sich dezentral auf die Locations in der Innenstadt verteilen. Diese Anlaufstellen mit Bands und DJs fehlten 2013 – ein Teil der Problemlage. Denn wegen des vorgezogenen Endes der Party in der City auf 23 Uhr hatten viele Gastronomen in einem Boykott keine Musik mehr geboten, so dass sich alles auf den Münsterplatz konzentrierte. Inzwischen dauert die Party bis Mitternacht.

Das wurde im März 2014 bei der Nachdebatte gegen den Willen des damaligen Stadtoberhaupts Gönner beschlossen. Er bedauerte, dass das Stadtparlament am Jahrestag des Großen Schwörbriefs nichts Besseres zu tun hatte, als über dieses triviale Thema zu debattieren.

„Falsche Gittersysteme“

Die Platzregie wechselt nach kommunaler Maßgabe zwischen den Lokalradios und liegt diesmal bei Radio 7 und Konzertveranstalter Christian Becker. Sie haben für Schwörmontag, wie berichtet, neben DJ Antoine auch Glasperlenspiel, Marquess und den britischen Sänger Tom Gregory im Programm (siehe Infokasten).

Für die Security wurde das Ulmer Unternehmen SHS hinzugezogen, das den Münsterplatz von vielen anderen Veranstaltungen kennt. Am Montag werden rund um die Party 45 Sicherheitskräfte im Einsatz sein, berichtete Koordinator Predrag Milojevic.

Aus seiner Sicht wurden beim ersten Auftritt von DJ Antoine „falsche Gittersysteme“ eingesetzt, wie sie beispielsweise auch zur Absperrung von Routen beim Marathon verwendet werden. Dafür sind sie geeignet, jedoch nicht, um regelrechte Menschenmassen zurückzuhalten. SHS nimmt stattdessen Gitter mit Trittplattformen. Die „heiße Phase“ auf dem Platz beginnt nach Einschätzung von Milojevic gegen 20 Uhr.

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