Ulm / HELMUT PUSCH  Uhr
Rund 6000 Zuhörer werden am Sonntag zum Open Air mit Neil Young auf dem Ulmer Münsterplatz erwartet. Zu wenig, um die Kosten zu decken - sagen die Veranstalter und fordern neue Rahmenbedingungen.

Die Open-Air-Konzerte am Schwörsonntag auf dem Münsterplatz sind die Pop-Highlights in der Region. Doch ob es sie in Zukunft in dieser Form noch geben wird, ist fraglich. Denn bislang gaben sich die Veranstalter - im jährlichen Wechsel der Regionalsender Radio 7 mit Partnern und die Allianz von Radio-3-FM-Geschäftsführer Carlheinz Gern, Stephan Huber und dem Heilbronner Konzertveranstalter Rolf Weinmann - immer Mühe, Weltstars für diesen Termin vors Münster zu holen. Solche Acts zu finanzieren, wird aber immer schwerer - zumal die Konzertveranstalter am folgenden Schwörmontag den Münsterplatz bespielen müssen, und zwar bei freiem Eintritt.

Für die Veranstalter ist diese Zusatzverpflichtung ein erheblicher Kostenfaktor. Zwischen 40.000 und 50.000 Euro geben sie für diese Montags-Party aus. Geld, das beim Bezahlkonzert am Sonntag schon mitverdient werden muss. Dort Gewinne zu erwirtschaften, wird allerdings immer schwieriger. "Und die Frage ist, ob es noch Veranstalter gibt, die unter den jetzigen Bedingungen bereit sind, weiterhin große Konzerte auf dem Münsterplatz zu veranstalten", sagt Rolf Weinmann. Er überlege sich das für die Zukunft sehr genau, und er wisse von seinen Kollegen aus dem Allgäu und vom Bodensee, dass sie die Lage ähnlich beurteilten.

Wo liegen die Probleme? Zum einen sind die Live-Gagen in Zeiten sinkender Tonträger-Umsätze explosionsartig gestiegen. Zum anderen sind die Kosten pro Konzert in Ulm extrem hoch, weil neben der Schwörmontags-Party nur ein Konzert pro Jahr auf dem Münsterplatz genehmigt wird. 250.000 Euro kostet es, den Münsterplatz bespielbereit zu machen. Ein zusätzlicher Tag würde nur marginal mehr kosten, böte aber die Chance, bei einem zweiten Konzert die Einnahmen zu erhöhen, sagt Weinmann. Die Alternative: Die Kosten für die Party senken, "indem man etwa eine Schutzgebühr von drei Euro pro Person verlangt, wie bei Public-Viewing-Veranstaltungen üblich", sagt Weinmanns Partner Carlheinz Gern. "Damit wäre die Party finanziert."

"Die zentrale Frage ist, ob die Stadt so ein Ereignis will oder eben nicht", spielt Weinmann auf seine Erfahrungen mit anderen Kommunen an, die durchaus bereit seien, solche Events mit Sach- und Dienstleistungen zu unterstützen. "Ulm verlässt sich bislang darauf, dass es genügend konkurrierende Veranstalter gibt, die den Münsterplatz auf jeden Fall bespielen wollen. Ich bezweifle allerdings, dass das in Zukunft noch so sein wird", sagt Weinmann, dem dieses Jahr ein Defizit in sechsstelliger Höhe ins Haus steht. Nicht das erste Mal: Schon 2008 mit Liza Minnelli war die Rechnung nicht aufgegangen, die Konkurrenten um den Sender Radio 7 hatten sich 2011 mit Jamiroquai verkalkuliert, im vergangenen Jahr nur mit Mühe ein Konzert mit Tim Bendzko und Christina Stürmer auf die Beine gestellt. "Auch wenn wir bei einigen Konzerten ganz gutes Geld eingenommen haben, unterm Strich kommen wir nach 15 Jahren gerade auf eine schwarze Null", sagt Gern.

Was heißt das alles jetzt für den Sonntag und Neil Young? "Der Vorteil für die Zuschauer ist, es wird nicht so eng zugehen", sagt Weinmann. "Damit es ein wenig heimeliger wird, werden wir auch die Fläche etwas verkleinern." Und wie aus Insiderkreisen zu hören ist, will auch Neil Young dem Publikum eine Freude machen und Konzertbesuchern T-Shirts spendieren.

Fahrplan und Karten

Konzert Das Open Air beginnt am Sonntag, 19 Uhr, mit der britischen Band Magic Numbers. Neil Young wird kurz nach 20 Uhr auf die Bühne kommen.

Tickets Karten gibt es im Vorverkauf beim Kartenservice der SÜDWEST PRESSE (Frauenstraße 77) und an der Abendkasse.

Sicherheit Am Eingang werden die Besucher kontrolliert. Was nicht mit auf das Veranstaltungsgelände darf:

- Behältnisse aus Glas und Dosen

- Stühle und Hocker

- Fotoapparate mit Wechselobjektiv und/oder Brennweite über 180 mm

- Video- und Tonaufzeichnungsgeräte

- Stockschirme