Verhandlung Schwierige Verhandlungen der Sparkassen Neu-Ulm und Günzburg

Die Fusionsverhandlungen zwischen den Sparkassen Neu-Ulm/Illertissen und Günzburg/Krumbach sind offenbar schwierig.
Die Fusionsverhandlungen zwischen den Sparkassen Neu-Ulm/Illertissen und Günzburg/Krumbach sind offenbar schwierig. © Foto: Stefan Puchner
EDWIN RUSCHITZKA/FRANK KÖNIG 20.04.2016
Die Fusionsverhandlungen zwischen den Sparkassen Neu-Ulm/Illertissen und Günzburg/Krumbach sind schwierig. Von Scheitern spricht noch keiner.
Die angepeilte Fusion der Sparkassen Neu-Ulm/Illertissen und Günzburg/Krumbach ist wohl ins Stocken geraten. So wurde anscheinend eine mehrtägige Klausurtagung des Vorstands Anfang April vorzeitig abgebrochen. Vom Scheitern der Verhandlungen, so ist zu vernehmen, könne aber nicht die Rede sein. Darüber wurde am Dienstag auch der Verwaltungsrat der Neu-Ulmer Sparkasse informiert.

Dabei hatte es zunächst so ausgesehen, als ob die beiden kommunalen Kreditinstitute über viele Gemeinsamkeiten verfügen. Die Sparkassen sind bezogen auf ihre Bilanzsumme – in Neu-Ulm zuletzt 1,9 Milliarden Euro, in Günzburg 1,6 Milliarden Euro – auch etwa gleich groß.

Kritische Stimmen gibt es, wie berichtet, seitens des Bürgerforums Landsberg, das ein waches Auge auf alle Fusionsfälle in Bayern hat, weil dadurch die Gehälter und Ruhestandsbezüge der Vorstände stark ansteigen würden. In Neu-Ulm gibt es drei Vorstandsmitglieder, in Günzburg nur zwei. Alle wollen bis zum Erreichen des jeweiligen Ruhestands in Amt und Würden bleiben. Übergangsweise soll sich der Vorstand der fusionierten Sparkasse aus fünf Vorstandsmitgliedern zusammensetzen. Den Vorstandsvorsitz soll zunächst Walter Pache aus Günzburg übernehmen. Nach dessen Ausscheiden soll dann der Neu-Ulmer Vorstandsvorsitzende Armin Brugger die Geschicke der vereinten Großbank lenken.

Auskünfte aus der Mitte des Verwaltungsrats sind schwierig zu bekommen. Offenbar ist es bislang aber auch noch nicht gelungen, die Eckpunkte einer Fusion festzulegen. Die Verantwortung dafür schieben sich die Verhandlungsführer beider Sparkassen gegenseitig zu.

Jede Sparkasse pocht offenbar auf ihre Eigenheiten. „Es gibt in beiden Häusern festgefahrene Strukturen, die niemand gerne aufgeben will“, heißt es intern. „Es gibt in Deutschland über 400 Sparkassen – und jede kocht ihr eigenes Süpplein. Fusionen sind dann immer ein sehr sensibles Thema.“

„Nein“, sagt ein Neu-Ulmer Verwaltungsratsmitglied, „von gescheiterten Verhandlungen kann im Moment nicht die Rede sein, wohl aber von schwierigen Gesprächen.“ Es gelte, weiter die Interessen beider Häuser auszuloten und weiter an der Fusion festzuhalten. „Weil es dazu eigentlich keine vernünftige Alternative gibt.“ Möglicherweise soll in den nächsten Wochen dann auch auf den politischen Ebenen weiterverhandelt werden.