Ulm / UWE KEUERLEBER  Uhr
Verstopfte Nase, tränende Augen oder Husten - die Leidenszeit für Heuschnupfengeplagte hat wieder begonnen. Bedingt durch die kühle Witterung beginnt der Birkenpollenflug etwas verspätet, aber dafür um so heftiger.
Die Zahl der Allergiker nimmt zu. Mittlerweile leidet schon jeder Fünfte in Deutschland an Heuschnupfen, Tendenz steigend. Auch in Ulm und der Region ist eine erhöhte Zunahme an Erkrankten zu verzeichnen. Besonders in Städten ist dies zu beobachten, wie Johannes Weiss, Professor für Dermatologie und Allergologie an der Universität Ulm, erklärt. "Grund dafür ist die hohe Feinstaubbelastung in den Städten, denn das Kohlendioxid kann zu einer höheren Allergenkonzentration in Pollen beitragen", sagt Weiss. Gerade am Abend ist die Belastung in der Stadt besonders hoch.

Landkinder leiden seltener an Allergien
Verschiedene Studien zeigen auf, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, ein geringeres Risiko für Allergien und Asthma entwickeln. Laut einer Studie von Professorin Erika von Mutius von der Ludwig Maximilian Universität in München kann Rohmilch eine Schutzfunktion gegen Heuschnupfen aufbauen.

Auch ältere Menschen können neu an Heuschnupfen erkranken
Es galt lange die Vermutung, dass Allergien im Alter nicht erstmalig auftreten. "Mittlerweile beobachtet man auch eine Zunahme an älteren Menschen, die zum ersten Mal Heuschnupfen entwickeln", sagt Professor Weiss. Aber auch andere Allergien wie Handekzeme, die durch Inhaltsstoffe in Haushaltsmitteln hervorgerufen werden, haben stark zugenommen. 

Heuschnupfen richtig behandeln
Heuschnupfen ist nicht nur lästig und quälend. Wird er nicht richtig behandelt, kann das Immunsystem auf immer mehr Stoffe allergisch reagieren. "Es kommt dann zu einem so genannten 'Etagenwechsel', die Abwehrreaktion breitet sich in die unteren Atemwege aus, also in die Bronchien. Und so kann es vom Heuschnupfen zum Asthma kommen", erklärt Weiss.


<strong>Karte: Pollenflug Deutschland</strong>