Vöhringen Schwaches Alpendrama mit Starbesetzung

Alexander Radszun und Christine Kaufmann in Vöhringen.
Alexander Radszun und Christine Kaufmann in Vöhringen. © Foto: Volkmar Könneke
Vöhringen / CHRISTA KANAND 01.12.2015
Zwiespältiger Applaus für "Der Weibsteufel": Das Kammerspiel mit Christine Kaufmann schwächelt vor 450 Besuchern in Vöhringen.

Sie wurde in "Rosen-Resli" zum Kinder-Kinostar, war mit Hollywood-Star Tony Curtis verheiratet, ist Buchautorin, Schauspielerin und "schönste Ur-Großmutter" Deutschlands: Christine Kaufmann, ein Name mit Zugkraft. Jetzt geht die 70-Jährige mit den Theatergastspielen Fürth auf Tournee und über Leichen - als Titelheldin im Alpendrama "Der Weibsteufel". Mit merklichen Textschwächen anfangs schien sie wie der renommierte Alexander Radszun etwas angeschlagen. Nur Daniel Buder, auch aus Film und TV bekannt, konnte in Vöhringen überzeugen.

Der Tiroler Karl Schönherr schrieb sein Drei-Personen-Stück "Der Weibsteufel" zu Beginn des Ersten Weltkriegs. Thomas Rohmer richtete den Stoff für das Tourneetheater in einer kargen Stube minimalistisch ein. Knisternde Spannung, Sex-Appeal, prickelnde Erotik lagen kaum in der Luft, Situationskomik, Sarkasmus und schwarzer Humor zum Schmunzeln schon eher.

Der Plot: Einem alterskränklichen Schmuggler (Alexander Radszun) soll sein Handwerk gelegt werden. Ein junger, gut aussehender Gebirgsjäger (Daniel Buder) soll seiner schönen Frau den Kopf verdrehen. Die gleiche Idee hat ihr geldgieriger Mann: Er setzt sie auf den Jäger an. Intrigen, Leidenschaft, Eifersucht gipfeln im Duell: Der Schmuggler ist tot, der Jäger auf der Flucht, die Frau ist frei - und Erbin.

Erwartungen an die prominente Besetzung bekamen in der dritten Abo-Veranstaltung im Kulturzentrum einen Dämpfer. Besonders, weil das Trio auf Head-Sets verzichtete: Kaufmann und Radszun waren in den hinteren Reihen kaum zu verstehen. Nur die eingespielte Musik war laut, im Zäsuren-Ritual zwischen jedem der Dutzend Szenenwechsel - lange Momente der Finsternis, dann eisblaues Licht. Auf Dauer wirkte Thomas Rohmers Regietrick wie Zeitschinderei bei nur 90 Minuten Aufführung inklusive Pause, aus der einige der 450 Besucher nicht zurückkehrten.

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