Bildung Schüler veranstalten ein Festival

Graffiti-Experte Silli aus Ulm zeigt den Schülern Sebastian und Sofie-Marie, wie man im richtigen Abstand dicke, bunte Buchstaben sprüht.
Graffiti-Experte Silli aus Ulm zeigt den Schülern Sebastian und Sofie-Marie, wie man im richtigen Abstand dicke, bunte Buchstaben sprüht. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Wiblingen / cst 13.06.2018

Auf dem Festival-Plakat sieht man einen weißen Kopf im Porträt. Der Hinterkopf befindet sich vor einem schwarzen Hintergrund. Das Gesicht hingegen blickt in eine neongelbe Fläche. Zu dem Werk von Belena Zabel, Siebtklässlerin der Wilhelm-Busch-Schule, sagt ihr Schulkamerad Noah Trautmann (3. Klasse): „Kunst leuchtet wie Neon.“ Beide haben spontan in Bild und Wort ausgedrückt, was ihnen die regelmäßigen Kunst-Montagvormittage bedeuten. Jetzt geht die Wiblinger Schule, die sich auch Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt Lernen nennt, mit ihrem zehnjährigen Erfolgsmodell „Kulturelle Bildung“ an die Öffentlichkeit.

Wertschätzung des Produktes

Von Montag bis Mittwoch, 18. bis 20. Juni, findet das erste Ulmer Festival für Schulkunst namens Neon-Schwarz zunächst in der eigenen Schule statt, am Donnerstag und Freitag jedoch draußen auf der „Festwiese“ neben dem Parkplatz des Wiblinger Klosters. 50 Wilhelm-Busch-Kinder und -Jugendliche  werden in Workshops wie Graffitisprühen, Töpfern und Puppentheaterspiel 110 Gastkindern der Wiblinger Tannenplatz- sowie Erenlauh-Grundschule zeigen, was sie alles drauf haben. Auch das sei Inklusion. „Unsere Förderschüler sind dann bei den Workshops die Profis, sie erfahren somit eine Wertschätzung ihres Könnens und nicht nur eine Wertschätzung des Produktes“, sagt Ulrike Honlet, seit 15 Jahren Leiterin der Wilhelm-Busch-Schule.

Höhepunkt von „Neon-Schwarz“ ist dann am Samstag, 23. Juni, ein Festival von 11 bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit – ebenfalls auf der Festwiese und mit einer Begrüßungsrede von Oberbürgermeister Gunter Czisch, der zugleich Schirmherr ist. Zudem steht alles unter dem Mantel des Projektes „Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg“.

Karl Philipp Engelland ist der Kulturagent für Ulm. „Die Schüler dürfen nächste Woche ganz frei Dinge gestalten mit Unterstützung von Künstlern und Lehrern, deshalb wissen wir noch gar nicht bis ins Detail, was alles gezeigt wird“, sagt er. Aber so viel ist schon klar: Schauspiel, Hörspiel, Tanztheater, Rauminstallationen, Roboter Walk und Digitaldruck werden auf jeden Fall dabei sein.

Was bringt der Montagsschwerpunkt Kultur für den üblichen Unterricht? Kunst, Musik und kreative Prozesse sind ein Mittel der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen, erklärt Ulrike Honlet. Beispiel: Ein Junge hat sich im Matheunterricht Häuser gezeichnet und an die Giebel die Klassiker des Einmaleins geschrieben wie 10 x 9  = 90. So kann er sich über das fotografische Gedächtnis die Rechenbeispiele merken. Und vom Theaterspiel profitierte ein Mädchen, die sich sonst scheut, vor anderen zu sprechen.

Auch das Land unterstützt das Festival

Fest Das Festival für Schulkunst „Neon-Schwarz“ ist am Samstag, 23. Juni, von 11 bis 17 Uhr für die gesamte Bevölkerung gedacht. Die Festwiese beim Kloster Wiblingen soll durch Theater- und Tanz­aufführungen und diverse ausgestellte Kunstwerke „in eine lebendige Festivallandschaft“ verwandelt werden, heißt es im Flyer.

Partner Unterstützer des Festivals sind unter anderem die Kinderstiftung Ulm/Donau-Iller, die Stiftung Mercator und die Aktion 100 000 der SÜDWEST PRESSE. Weil die Kulturagenten für kreative Schulen Baden-Württemberg dahinterstecken, sind auch das Land und die Kulturstiftung des Bundes mit von der Partie.