Söflingen Schritttempo für Söflingen

Die Kapellengasse ist ganz schön belebt, vor allem durch Autos. Die Straße durchschneidet die Fußgängerzone links und rechts am Gemeindeplatz und soll verkehrsberuhigter Bereich werden, damit Passanten, Spaziergänger, Einkaufsbummler mehr von der Söflinger Mitte haben, fordern die Unabhängigen Wähler. Foto: Matthias Kessler
Die Kapellengasse ist ganz schön belebt, vor allem durch Autos. Die Straße durchschneidet die Fußgängerzone links und rechts am Gemeindeplatz und soll verkehrsberuhigter Bereich werden, damit Passanten, Spaziergänger, Einkaufsbummler mehr von der Söflinger Mitte haben, fordern die Unabhängigen Wähler. Foto: Matthias Kessler
JAKOB RESCH 02.03.2013
Söflingen ist schön, kann aber noch schöner werden. Das finden die Stadträte der Unabhängigen Wählervereinigung. Und fordern jetzt mit einem Antrag an den Oberbürgermeister eine verkehrsberuhigte Mitte.

Der Klosterhof ist selbstverständlich das emotionale Zentrum der Söflinger und seit einiger Zeit auch schön gestaltet samt der Veranstaltungsfläche im benachbarten Meinloh-Forum. Das tägliche Leben der Söflinger spielt sich freilich eher rund um den vor den Toren des Klosterhofs liegenden Gemeindeplatz ab, mit seinen Geschäften, Straßencafés und der Eisdiele, vor der sich im Sommer lange Schlangen bilden - und bisweilen anderen Schlangen in die Quere kommen, denn: "Da fahren Autos, Autos, Autos", sagt Stadtrat Reinhold Eichhorn. So durchtrenne der Durchfahrtsverkehr in der Schlößles- und der Kapellengasse die Aufenthaltsfläche regelrecht.

Das will Eichhorn mit seinen Gemeinderatskollegen Karl Faßnacht und Hanni Zehendner von der Unabhängigen Wählervereinigung Söflingen (UWS) jetzt geändert haben. So haben sie bei Oberbürgermeister Ivo Gönner beantragt, die Einführung eines verkehrsberuhigten Bereichs zu prüfen, im Volksmund auch "Spielstraße" genannt, in der alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. "Dann ist nur noch Schritttempo erlaubt, der Straßenraum hat ein Niveau, das wird ein wunderschöner Straßenraum."

Insgesamt geht es den dreien darum, die Attraktivität Söflingens allgemein zu steigern, und zwar ausdrücklich auch urban, über das bestehende Naturidyll am Blaukanal hinter dem Klosterhof hinaus.

Im Antrag heißt es: "Söflingen ist ein bevorzugter Wohnort in Ulm. Dies ist der guten Infrastruktur und dem guten Vereins- und Gemeindeleben geschuldet. Deshalb wurden auch in den letzten Jahren sehr viele neue Wohnungen geschaffen, und es werden weitere entstehen." Da soll auch die Lebensqualität im Vorstadtkern Schritt halten, samt Gelegenheit zum Bummeln.

Mit diesem Vorstoß will die UWS gleichzeitig auch den Dschungel der Verkehrs- und Hinweisschilder in der aktuellen Tempo 30-Zone lichten. 18 Stück hat sie in der Schlößles- und der Kapellengasse auf 150 Metern gezählt. Eichhorn: "Mit einem verkehrsberuhigten Bereich kommen alle Schilder weg. Das wird eine homogene Sache."

Und der Autoverkehr? "Die meisten müssen da nicht durch." Auch nicht die von der Jörg-Syrlin- und der Harthauser Straße, findet er. Und was den ruhenden Verkehr angeht, kommt der Antrag noch zeitig genug, eine verkehrsberuhigte Zone in das Parkraumkonzept für Söflingen einzuarbeiten, das jetzt entwickelt wird (siehe Info-Kasten).

Vom letzten Schritt hat die UWS übrigens abgesehen: Eine weiträumige Fußgängerzone für die Vorstadt wie in der Ulmer Stadtmitte - das wird nicht gefordert.