Schöne Stimmen, berührende Klänge

CHRISTA KANAND 24.06.2013
Vier Chöre der Ulmer Spatzen erfreuten im Scharff-Haus mit einem stimmprächtigen Repertoire. Dazu Gruppenchoreografien als Clou.

Ein wahres Spatzen-Fest, dieses Jahreskonzert. Durchweg bild- und stimmschön. 100 Konzertminuten vergingen wie im Flug. Am Ende standen alle. Jung und Alt schmetterten aus vollen Kehlen, was Hans de Gilde mit pädagogischem Geschick dreistimmig einstudiert hatte. Besucher und vier Spatzen-Chor-Formationen verschmolzen beim südafrikanischen "Hambani Kahle - Gehn wir in Frieden" zum Riesenchor. Ein großartiges Finale. "Toll", meinte eine Zuhörerin, "was die Spatzen drauf haben." Stimmt, das Niveau war hoch. Dank de Gildes klarem und motivierendem Dirigat, bei dem Barbara Comes am Flügel eine mitgestaltende Stütze war, brachten die etwa 180 Spatzen das Scharff-Haus zum Klingen und in einigen choreografierten Hinguckern zum Swingen.

Mit Herzblut und hübsch kostümiert führte der Vorchor Uli Führes "Heinzelmännchen"-Singspiel halbszenisch auf. Mit Feuereifer besangen die hellen Stimmen, wie Handwerker zu Köln sich faul aufs Ohr legten und fleißige Heinzelmännchen es richteten. Der Kinderchor beeindruckte danach klangschön im Brückenschlag von Purcells Barock-Motette bis zum aerobic-artig umgesetzten Diana-Ross-Hit "Aint no mountain high enough".

Nach dem berührenden russischen Wiegenlied "Bayushki bayu" der "Jugend-musiziert"-Preisträger Henri Gallbronner und Sebastian de Gilde glänzten die 16 "Les Passerelles" - alles ehemalige Spatzen im Twenalter - unter Ralf Löwe mit ausgefeilter A-cappella-Kultur.

Den Erfolg der USA-Reise des Jugendchors während der Pfingstferien veranschaulichten eine Dia-Schau und Highlights aus dem Tournee-Repertoire. Neben Traditionsliedgut geriet die von Ballettdirektor Roberto Scafati choreografierte "Little Jazz Mass", einem Geniestreich des Engländers Bob Chilcott, zusammen mit der Jazz-Combo aus Piano, Bass (Matthias Fröschle) und Schlagzeug (Immanuel de Gilde) zum Hör- und Seherlebnis: Groove im Kyrie, Swing im Gloria und Soft-Blues im Agnus. Als sich das etwa 60-köpfige Aufgebot im Saal um das Publikum für die moderne Motette "Ubi caritas" des Isländers Hreidar Ingi Thorsteinsson um das Publikum postierte, entstand ein überwältigender Surround-Sound: lupenreiner A-cappella-Schönklang voller Magie.