Ulm Schöllhorn-Schüler engagieren sich: Papphocker für guten Zweck

Daumen hoch für ein neues Donau-Projekt: Siebtklässler der Peter-Schöllhorn-Schule basteln Hocker, die dann versteigert werden. Foto: Laura Thumm
Daumen hoch für ein neues Donau-Projekt: Siebtklässler der Peter-Schöllhorn-Schule basteln Hocker, die dann versteigert werden. Foto: Laura Thumm
LAURA THUMM 10.04.2014
Löwenmensch, Otmar Alt und Engelsbilder - das sind die Motive, mit denen sich Schüler der Peter-Schöllhorn-Mittelschule in Neu-Ulm zurzeit im Kunstunterricht beschäftigen. Seit Januar arbeiten sie mit der Künstlerin Gisela Rückert an einem Hockerprojekt für den guten Zweck.

Sie wollen mit ihren Sitzhockern, die dann versteigert werden, Menschen aus Donauanrainerländern ermöglichen, am Donaufest in Ulm teilzunehmen (4. bis 13. Juli). Die sollen dann wiederum das intergenerationelle Lernen kennenlernen.

Angeregt haben das Projekt Carmen Stadelhofer, die für das Netzwerk "Danube Networkers" verantwortlich ist, die Vorsitzende des Seniorenrats, Helga Gerstmeier, und Gisela Rückert. Die Schüler machen alles selbst - vom Falten der Hocker über die Motivauswahl bis zur praktischen Umsetzung. Einmal in der Woche kommt Gisela Rückert, leitet sie an und gibt Tipps.

"Es macht viel Spaß", sagt Daniel. Der Klassensprecher ist eifrig bei der Arbeit und stellt stolz vor, was er bereits geleistet hat. Lacicha (13) hat sich ein Motiv von Otmar Alt ausgesucht: "Mir haben die Farben gefallen. Es ist etwas Neues, jeder kann den Hocker nach seinem Geschmack gestalten und es ist für einen guten Zweck", sagt sie zu ihrer Motivation. Luke ergänzt: "Ich will Bedürftigen helfen, egal ob ich arm oder reich bin." Er hat sich für das Motiv des Löwenmenschen entschieden. "Ich war im Museum und habe den Löwenmenschen dort gesehen, er hat mir sehr gut gefallen." Luke arbeitet mit Erdfarben und Kohle. Aber auch Materialien, wie Sand, kommen zum Einsatz, um die realen Strukturen nachzuahmen.

Zu Beginn war die Arbeit etwas langweilig, geben die Schüler zu. Die Hocker mussten mehrmals grundiert werden, dann wurden Schablonen entworfen und die Konturen gezeichnet. "Das war nicht so spannend", meint Daniel: "Seit den letzten zwei Unterrichtseinheiten ist unglaublich viel passiert." Gisela Rückert arbeitet mit Begeisterung mit den Schülern zusammen. Sie weiß jetzt schon: "Wenn die Hocker fertig sind, werden alle staunen."

Auch Kunstlehrer Walter Weber freut sich sehr über die Zusammenarbeit mit der Künstlerin: "Die Schüler bekommen einen ganz anderen Bezug zu Kunst, wenn ein richtiger Künstler von außen kommt." Er hilft beim Anmischen der Farben und unterstützt seine Klasse. Er betont, wie wichtig es sei, dass die Schüler nicht mit fertigen Farben arbeiten, sondern sehen und begreifen, wie sich die Farben zusammensetzen.

Mit dem Hocker-Projekt nimmt die Schöllhorn-Schule am Wettbewerb "Kinder zum Olymp" teil. Hierbei fördert die Kulturstiftung der Länder die Kooperation zwischen Kultur und Schule. Im Juni werden die Preisträger bekannt gegeben.