Ulm Schock im Ulmer Jobcenter: Arbeitsvermittlerin niedergeschlagen

Ulm / HANS-ULI MAYER 03.03.2015
Eine 38-jährige Arbeitsvermittlerin ist in ihrem Büro im Jobcenter überfallen und niedergeschlagen worden. Sie musste in der Klinik behandelt werden.

Die Bestürzung ist groß in der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter in der Oststadt. Am Montagnachmittag ist ein Unbekannter in das Gebäude gestürmt, hat gezielt ein Zimmer in der zweiten Etage aufgesucht und die dort arbeitende 38-jährige Arbeitsvermittlerin mit mehreren Schlägen ins Gesicht und auf den Körper krankenhausreif geschlagen. „Wir sind geschockt“, sagte Sprecher Michael Wägerle auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE.

Die Polizei bestätigt die Informationen dieser Zeitung und den Vorgang, hatte aber selbst keine Mitteilung veröffentlicht. Die Darstellungen gehen allerdings auseinander. Während die Polizei von zwei Schlägen ins Gesicht und einer einfachen Körperverletzung ausgeht, spricht die Familie von schweren Verletzungen, einer gebrochenen Nase und zahlreichen Hämatomen am Oberkörper der Frau. Offenbar war sie zur ärztlichen Behandlung im Bundeswehrkrankenhaus, hat die Nacht aber auf eigene Verantwortung zuhause verbracht.

Über die Hintergründe ist nichts bekannt. Zwar scheint es so, dass der etwa 25 bis 30 Jahre alte Mann mit roten Haaren und schwäbischer Aussprache, zielgerichtet das Büro der 38-Jährigen aufgesucht hat. Aber weder ihr noch ihren Kollegen, die den Täter auf dem Weg durch das Haus gesehen haben, ist der Mann bekannt. „Das Motiv ist uns völlig unklar“, sagt Behördensprecher Wägerle. Demnach wäre der Täter nicht ein unzufriedener Kunde des Jobcenters, wie zunächst vermutet worden war. Der Mann ist nach dem Vorfall sofort zu Fuß geflüchtet und konnte bislang nicht ermittelt werden. Opfer wie Behörde haben Strafanzeige gestellt.

Derweil gibt es erneute Diskussionen und Forderungen bezüglich höherer Sicherheitsvorkehrungen im Jobcenter. „Wir sind eine öffentliche Einrichtung mit öffentlichen Zugängen, die nicht nur notwendig, sondern auch gewünscht sind“, sagt Wägerle, der eine Verschärfung an dieser Tatsache für einen Schritt in die falsche Richtung hielte.

Es gebe Sicherheitsvorkehrungen, die auch immer auf den neuesten Stand gebracht und eingeübt würden. Eine 100-prozentige Sicherheit könne es in einem Jobcenter aber nicht geben. Behördensprecher Wägerle: „Das ist immer auch Teil der Teambesprechung, weil es Teil der Arbeit ist.“

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