Freilich, so schnell wie im Junginger Neubaugebiet "Unter dem Hart" gehts nicht überall. Dort können Internetdaten mit maximal 100 Megabit die Sekunde in die Rechner fließen. Aber die Stadtwerke haben in den zurückliegenden Jahren viel dazu unternommen, um möglichst alle, die im Ulmer und Neu-Ulmer Stadtgebiet leben und das wünschen, ans schnelle Netz zu knüpfen.

Im Auftrag der Städte Ulm und Neu-Ulm haben die SWU seit 2001 insgesamt 18,3 Millionen Euro in den Ausbau des Glasfasernetzes investiert. "Weitere 6,5 Millionen Euro wurden für Investitionen in die dazugehörige Technik wie Router, Switche und Übertragungstechnik ausgegeben", hält der Erste Bürgermeister Gunter Czisch fest. Die Internet-Offensive sei ein wichtiger Faktor zur Steigerung der Standortattraktivität.

Bis zum Mai dieses Jahres haben die Stadtwerke in Ulm und Neu-Ulm 362 Kilometer Glasfaser-Breitbandkabel verlegt. Damit werden etwa 19 000 Privatkunden, 400 Gewerbekunden und 11 Provider versorgt. Die Provider wiederum mieten die Glasfaserkabel bei der SWU-Tochterfirma Telenet an, um ihre eigenen Dienste anzubieten. Erst durch den Ausbau dieser Infrastruktur hätten die SWU die Basis dafür geschaffen, dass verschiedene Provider ihre Produkte in Ulm an den Markt bringen können, betont Czisch.

Alle Ulmer und fast alle Neu-Ulmer Ortsteile verfügten heute über einen VDSL-Anschluss für schnelles Internet mit 50 Megabit die Sekunde Bandbreite. "Dabei wurden auch Außenbereiche innerhalb des Stadtgebiets angeschlossen, bei denen in der Regel kein privater Anbieter die entsprechende Investition tätigen würde", sagt Czisch.

Kürzlich hatte der Betreiber einer Satelliten-Telekommunikations-Firma beiden Städten vorgeworfen, dass hier die Breitband-Infrastruktur "massiv vernachlässigt" werde, dass große Anbieter von Glasfaserverbindungen einen weiten Bogen um Ulm herum machten. Dem widerspricht Andreas Kövi, Chef der Telenet, entschieden. Jeder andere Anbieter könne über das Stadtwerkenetz seinen Internetverkehr abwickeln. Nur scheuten einige den technischen Aufwand, ihre Leitungen mit denen der Stadtwerke entsprechend zu verbinden.