Ulmer Zelt Schlusspunkt mit einem Weltstar

Ein Könner am Bass: Marcus Miller.
Ein Könner am Bass: Marcus Miller. © Foto: Privat
Ulm / Helmut Pusch 04.07.2018

Sie spielen auch Klavier, Gitarre, Saxophon und Klarinette. Aber Ihr Hauptinstrument ist der Bass. Was macht ihn so sexy für Sie?

Marcus Miller: Für mich hat der Bass alles: Tiefe, Perkussivität, Groove – und er kann auch solistisch gespielt werden. Das alles macht mich an. In der Musik, die ich spiele, ist der Bass so etwas wie der Herzschlag. Als ich  zwölf war, war ein Bass einfach um einiges cooler als die Klarinette, die ich zuvor gespielt hatte.

Hätten Sie weiter Klarinette gespielt, wenn Larry Graham nicht den Slap-Bass erfunden hätte?

Ich habe mich mit 17 endgültig für den Bass entschieden, weil es für Bassisten sehr viel mehr Möglichkeiten gab als für einen Klarinettisten. Ich wäre wohl auch ohne Larry Graham Bassist geworden. Aber dass Larry uns zeigte, was man mit dem Daumen alles anfangen kann, hat mir meine Entscheidung leicht gemacht.

Man kennt Sie nicht nur als Bassisten, sondern auch als Komponisten. Was war zuerst da?

Ich begann als Bassist, aber ich komponierte auch schon früh. Als ich ein Teenager war, machte meine Gruppe bei einem Band-Wettbewerb mit. Das Problem: Da spielten alle Bands die gleichen aktuellen Hits. Um uns davon abzuheben, beschloss ich, für uns etwas Eigenes zu schreiben. Als ich dann die Musik hörte, die es einige Tage vorher nur in meinem Kopf gegeben hatte, hing ich auch schon am Haken. Der Vorteil ist: Man kann sich so auch selbst Songs schreiben, die den Bass schön in Szene setzen. Ich habe aber auch für andere wie David Sanborn, Aretha Franklin oder Luther Vandross geschrieben.

Was hat Sie musikalisch besonders beeinflusst?

Mein Vater spielte Orgel und Piano in der Kirche. Er war mein größter Einfluss. Bei ihm lernte ich Klavier und Harmonielehre. Durch ihn wurde Musik zu einem ganz natürlichen und essenziellen Teil meines Lebens. Als ich zehn war, hörte ich die Jackson 5. Da beschloss ich, Musiker zu werden. Mich haben besonders Musiker beeinflusst, die auch selbst Komponisten sind: Stevie Wonder, Jaco Pastorius, Stanley Clarke, Herbie Hancock, Wayne Shorter, Larry Graham und Miles Davis.

Info Marcus Miller und seine Band gastieren am Samstag, 20 Uhr, im Ulmer Zelt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel