Ehingen / ANDREAS HACKER  Uhr
Mit einer Solidaritätsaktion haben gestern Beschäftigte des Schlecker-Lagers auf die Angst vieler Frauen um ihren Arbeitsplatz aufmerksam gemacht.

"Es war eine spontane Idee", sagt Reinhold Gantert, der Vorsitzende des Betriebsrats beim Logistik Service Center (LSC) von Schlecker in Ehingen: Um 16 Uhr kamen Beschäftigte aus dem Lager in Berg auf den Ehinger Marktplatz, um hier und in der Fußgängerzone Unterschriften zu sammeln für einen Aufruf zur Solidarität mit den Schlecker-Frauen. Die Aktion zum Weltfrauentag stieß auf viel Verständnis: "Die Leute unterschreiben gern", sagt Elena Siebert. Fast jeder kenne einen Betroffenen - es sind vor allem Frauen; sie haben Angst um ihre Arbeitsplätze: "Was machen wir, wenn wir arbeitslos werden?", fragt Herta Landler. Sie ist seit 22 Jahren bei Schlecker und weiß, dass es im Raum Ehingen kaum vergleichbare Stellen gibt. Deshalb sei es wichtig, auf die Lage aufmerksam zu machen, sagt Elisabeth Siebert.

Was Betriebsrat und die Beschäftigten selbst angeht, beklagen viele die Ungewissheit und hoffen, bei der Betriebsversammlung in einer Woche mehr zu erfahren. "Die Stimmung ist total schlecht", sagt Gantert, von nur noch drei bis maximal fünf Regionallagern sei die Rede.

In den Gottesdiensten am Wochenende im Raum Ehingen haben Menschen bereits ihre Unterstützung den Betroffenen gegenüber bekundet und sich einem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi angeschlossen. Sie erinnert an die Verdienste der "Schlecker-Frauen", die mit ihrem Kampf für bessere Arbeits- und Einkommensbedingungen ein Stück deutscher Sozialgeschichte geschrieben hätten.