Mythos Mond Schlaflos bei Vollmond - Aberglaube oder Wissenschaft?

Viele Menschen sind davon überzeugt, dass der Mond einen großen Einfluss auf ihr Leben hat.
Viele Menschen sind davon überzeugt, dass der Mond einen großen Einfluss auf ihr Leben hat. © Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Ulm / Uwe Keuerleber 22.01.2019
Viele Menschen glauben, dass der Vollmond aggressiv macht und ihnen den Schlaf raubt. Was ist dran an diesem Mythos?

Rotschimmernd stand vor einigen Tagen der sogenannte Blutmond am morgendlichen Himmel. Ausgelöst wurde das Phänomen durch eine totale Mondfinsternis. Nach wie vor ranken sich um den Mond Mythen und Geheimnisse. Als Herrscher der Gezeiten sorgt er für Ebbe und Flut in den Ozeanen. Eine unvorstellbare Kraft wird unserem Erdtrabanten zugeschrieben und viele Menschen sind davon überzeugt, dass er auch Einfluss auf ihr Leben nimmt. Früher richteten sich Menschen nach dem Zeitpunkt der Mondphasen, um ihre Ernte einzubringen. Auch heute leben Menschen nach Mondkalendern. Sie lassen sich bei Vollmond die Haare schneiden, backen Brot mit Mehl, das bei Vollmond gemahlen wurde oder stellen ein Glas mit Wasser bei Vollmond in den Garten, um Mondwasser herzustellen. Es scheint so, als sei der Mond der Taktgeber für unser Leben.

Beeinflusst der Mond unseren Schlaf?

Die meisten Studien können nicht erklären, ob der Mond Einfluss auf unseren Schlaf nimmt. 2013 soll eine Studie in der Schweiz tatsächlich den Beweis geliefert haben. Christian Cajochen, Chronobiologe und Leiter des Zentrums für Chronobiologie an der Universität Basel, hatte Daten von 33 Menschen gesammelt und ausgewertet. Er verglich Einschlafzeit, Schlafdauer und die mit EEG gemessene Tiefschlafphase und den Melatoninspiegel kurz vor, während und nach einem Vollmond. Das Ergebnis: An den Vollmondtagen brauchten die Probanden im Schnitt fünf Minuten länger zum Einschlafen, sie schliefen 20 Minuten kürzer und der Tiefschlaf war um 30 Prozent vermindert. Ebenso sank auch der Melatoninspiegel. Bei späteren Studien in Deutschland, Dänemark und Kanada konnte kein Zusammenhang zwischen Mond und Schlafstörungen festgestellt werden.

Aberglaube oder Wissenschaft?

Was von der Anziehungskraft des Mondes zu halten ist. Welchen Einfluss er auf die Natur und den Menschen nimmt, all das lässt sich weder belegen noch wissenschaftlich beweisen. Ob man an die magische Kraft des vollen Mondes nun glaubt oder nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. In diesem Sinne: Eine gute Nacht.

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