Theater Ulm Schauspielerin Franziska Maria Pößl: “Ich will auch mal die Sau raus lassen“

Spielt in „Dogville“: Franziska Ma­ria Pößl.
Spielt in „Dogville“: Franziska Ma­ria Pößl. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Sandra Kolb 04.11.2017
Neu im Ensemble: Franziska Maria Pößl hat in „Dogville“ ihr Debüt am Theater Ulm geben.

„Ich habe jetzt mehr Freiheiten“, sagt Franziska Maria Pößl. „In der Schule ist man noch sehr behütet. Jetzt kann ich sagen: Hier bin ich! Entweder euch gefällt das oder nicht!“ Intendant Andreas von Studnitz gefiel die Schauspiel-Absolventin: Er gab ihr ein Erstengagement am Theater Ulm. Derzeit ist sie in „Dogville“ zu sehen.

Pößls Karrierestart war holprig. Nach Erfahrungen am Amateurtheater in ihrer Heimatstadt Fürth hatte sie sich nach dem Abitur an fünf staatlichen Schauspielschulen beworben – und bekam nur Absagen. Sie bereitete sich ein Jahr lang auf das nächste Auswahlverfahren vor. „Ich wirkte bei Kurzfilmen und kleineren Theaterproduktionen mit und verdiente mein Geld als Kellnerin.“ Aber auch diesmal: nur Absagen. „Ich war zu verkrampft.“

An ihrem Selbstbewusstsein hat das nicht gekratzt: „Die Schauspielerei erfüllt mich und ich bin gut darin.“ Sie ging für zwei Jahre an die private Schauspielschule Charlottenburg. Ihre Eltern unterstützten sie, obwohl sie anfangs nicht begeistert waren: Der Vater, Steuerberater, „hatte wohl gehofft, dass ich sein Büro übernehme“.

Später klappte es dann auch mit der staatlichen Schule: Pößl studierte an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart, spielte mal an den WLB Esslingen und am Staatstheater.

Trotz des anstehenden Intendantenwechsels hat Pößl in Ulm einen Zweijahresvertrag. Das ist bei Erstengagements die Regel. „Ich bekomme aber natürlich mit, wie hart es ist, immer wieder einem neuen Job zu suchen. Ich frage mich schon, wie das mal mit einer eigenen Familie wäre. Ich bin anders aufgewachsen.“

Dennoch überwiegt ihre Leidenschaft für die Schauspielerei. Gerade das Theater Ulm biete ihr die Möglichkeit, sich auszuprobieren. Dabei will sie auf der Bühne nicht immer schön sein: „Ich will auch mal die Sau raus lassen.“ In dieser Saison macht sie in fünf Stücken mit und leitet mit Benedikt Paulun das Mehrgenerationenprojekt. Dessen Thema: „Die Suche nach dem Glück.“ Was versteht sie darunter? „Mit Menschen zusammen zu sein, die mich verstehen und so nehmen, wie ich bin.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel