Bei den IHK-Vollversammlungswahlen vom 17. bis 30. April entscheidet sich, ob Präsident Dr. Peter Kulitz erneut den Sprung ins regionale Parlament der Wirtschaft schafft. Erst dann kann er von einer Ausnahmeregelung profitieren, die ihm eine bisher unmögliche dritte Amtszeit erlaubt – weil er sonst nicht bis Ende 2014 Präsident der Landeskammer bleiben könnte.

Die IHK Stuttgart hatte es zuletzt nicht geschafft, ihren Präsidenten durchzubringen. Es gab die Widerstandsgruppe „Kaktus“, die Stimmen auf sich zog. In Ulm sorgt die Kandidatur von Grünen-Stadtrat und IHK-Kritiker Michael Joukov für Zündstoff, der sich auf die Stuttgarter Kaktus-Gruppe bezieht.

Die IHK lässt keine Zweifel am Wahlverfahren aufkommen und hat mit Dr. Jörg Hanisch einen neutralen Manager als Vorsitzenden des Wahlausschusses. An dem Raum, in dem die Wahlzettel aufbewahrt werden, werden sogar die Schlösser ausgetauscht. Hanisch und Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle hoffen jedoch, dass der Anteil der Onlinewahl von rund einem Drittel bei der Wahl 2008 auf über die Hälfte steigt. Die 81 Kandidaten stehen seit gestern im Internet: ulm.ihk24.de

Die Zahl der wahlberechtigten Mitglieder ist um ein Fünftel auf fast 31 000 gestiegen, worin sich aus Sicht Sälzles auch die Dynamik der Region widerspiegelt. Die Mitglieder wählen nur in ihrer Gruppe. Kulitz befindet sich in der Gruppe Industrie Ulm/Alb-Donau, weil seine Firma Esta (Senden) am Michelsberg registriert ist. In der Vollversammlung gibt es 49 Sitze, sechs Mitglieder können noch zugewählt werden. Weitere Gruppen: Dienstleister, Handel (Alb-Donau mit Biberach, Ulm getrennt), Banken.

In Neu-Ulm hören bei den ebenfalls anstehenden Wahlen der IHK Schwaben (Augsburg) sowohl Vizepräsident Thilo Butzbach als auch Regionalvorsitzender Hans-Heiner Honold auf.