Diese Herren beim Vierer-Gipfeltreffen im Sauschdall haben's drauf. Lässig, mitreißend, pure Musizierfreude, augenzwinkernder Wettstreit bei virtuosen Soli. Unter Zwischenapplaus begeistern sie schon beim Bilderbuchstart mit "Things Ain't What They Used To Be" von Mercer Ellington, dem Sohn des berühmten Duke. Die Chemie stimmt. Dank der hochkarätigen Besetzung macht Jazz in der tollen Location richtig Spaß. Charismatischer Mittelpunkt: Gustl Mayer, ein begnadeter Saxophonist mit internationaler Reputation. Wie kaum ein zweiter Europäer steht er für das Erbe der berühmtesten Straight-Jazz-Saxophonisten. Radio-Musikredakteur, TV-Musik-Show-Produzent, Welttourneen mit Größen wie Chet Parker, Knut Kiesewetter, Paul Kuhn.

Sein Tenorsax ist abgegriffen. Keine Patina angesetzt hat aber der weißhaarige fast 1,90 Meter große Frankfurter Musiker. Nächstes Jahr wird er 80, aber die Finger flitzen schneller über die Ventile als bei manchem Jungspund. Enorm ist seine Puste, wunderbar sein wandlungsfähiger Ton. Anekdoten machen das Zuhören - nach beseitigter Mikro-Interferenz - noch schöner. Jazz-Standards wie Gershwins "Oh, Lady, Be Good!" wirbeln die Kopfnick- und Mitwipp-Fraktion in den siebten Himmel des Swing.

Gustl Mayer ist nach Scott Hamilton und Joe Gallardo der dritte Stargast in der Sonderkonzertreihe mit dem wendigen JazzZone-Trio. Das vereint Peter Gruber, Ulmer Schlagzeuger-Urgestein, der im Sauschdall alte glanzvolle Jazz-Zeiten und Publikumszustrom wieder beleben will, und zwei Münchner Spitzen-Musiker: Peter Bockius bringt seinen markanten Kontrabass luftig zum Swingen; Musikhochschulprofessor und Ausnahme-Pianist Tizian Jost jubelt seinen Turbo-Tastenläufen quasi im Blindflug Wagner- und Schostakowitsch-Zitate unter.

Skandierter Applaus fordert nach dem Blues "Robbin's Nest" eine zweite Zugabe. Die gibt es mit "So Danco" - ein flotter Samba-Rausschmiss.