Weil die Grünen immer wieder mit Bürgerbeschwerden über Abholzungen von Bäumen und den Rückschnitt von Sträuchern im Stadtgebiet konfrontiert werden, machen sie einen neuen Anlauf für eine Baumschutzsatzung. Zwar leiste die zuständige Abteilung in der überwiegenden Mehrheit der Fälle sehr gute Arbeit, aber es liege in der Natur der Sache, dass ein falsch geschnittener Baum den Bürgerinnen mehr auffällt, als 100 sachgerecht gepflegte. Deshalb stehe die Stadt zu oft unter dem Generalverdacht, das Grün nicht zu schätzen.

"Wir denken, dass mit klaren Kriterien und mehr Transparenz abgeholfen werden kann", schreiben die Stadträte Michael Joukov, Birgit Schäfer Oelmayer und Annette Weinreich an OB Gunter Czisch. Einer Baumschutzsatzung sollte ihrer Ansicht nach Folgendes leisten:

1. Kriterien definieren und der Öffentlichkeit zugängig machen, wann welche Maßnahmen (Rückschnitt, Abholzung) an Bäumen und Sträuchern vorzunehmen sind;

2. Regeln festlegen, wie abgeholzte Bäume und Sträucher zu ersetzen sind, damit der Ersatz die gleiche ökologische Wertigkeit aufweist (dass etwa ein Baum mit drei Metern Stammumfang nicht durch einen mit nur 20 Zentimetern Umfang ersetzt werden kann);

3. verbindliche Kriterien aufstellen, ab welcher Eingriffsintensität die Öffentlichkeit vorab zu informieren ist und wie dies zu erfolgen hat.