Ulm Sabine Mayer-Dölle verlässt das Ulmer Rathaus

Mit freundlichen Worten und einem Blumenstrauß hat OB Ivo Gönner Bürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle verabschiedet. Foto: Stadt Ulm
Mit freundlichen Worten und einem Blumenstrauß hat OB Ivo Gönner Bürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle verabschiedet. Foto: Stadt Ulm
Ulm / HANS-ULI THIERER 25.07.2012
Seit 2004 war sie Bürgermeisterin im Ulmer Rathaus, das sie auf leisen Sohlen verlassen hat: Sabine Mayer-Dölle ist durch den OB verabschiedet worden.

Abschied ohne Tamtam (und von Tränen ist auch nichts bekannt): Der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner hat, wie bereits kurz berichtet, schon vor Schwörmontag Bürgermeisterin Sabine Mayer-Dölle verabschiedet. Obwohl ihre Amtszeit noch bis Ende August läuft, kehrt die 56-jährige diplomierte Verwaltungswirtin, die einen Urlaub angetreten hat, nicht mehr an ihren Schreibtisch zurück. Ihren Sessel nimmt vom 1. September an Iris Mann (44) ein, die sich Ende Juni im Gemeinderat bei der Dezernenten-Wahl gegen ihre bisherige Chefin durchgesetzt hat.

Wie bekannt wurde, hatten sich Mayer-Dölle und Gönner im Vorfeld des Ulmer Stadtfeiertags auf einen Abschied unter vier Augen und ohne Öffentlichkeit geeinigt. In einer Mitteilung der Stadt heißt es, Gönner habe Mayer-Dölle für ihre Arbeit als Dezernentin der Fachbereich Soziales, Bildung, Sport und Kultur gedankt. Als solches war die gebürtige Freiburgerin für mehr als 1000 der gut 2000 städtischen Mitarbeiter zuständig. Sie habe"wichtige Entwicklungen der Stadtgesellschaft frühzeitig erkannt, diese aktiv gestaltet und engagiert eigene Akzente gesetzt".

Gönner hob das Prinzip der Sozialraumorientierung hervor, das Mayer-Dölle konsequent umgesetzt habe. Aus der Jugendhilfe heraus entwickelt, sei es durch die Bürgermeisterin mit der Planung der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und Senioren an öffentlichen Entwicklungen fortgesetzt worden."Ihr Leitbild ist es, die Menschen im Stadtteil zu befähigen, um ein möglichst selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben führen zu können". Weitere Schritte auf diesem Weg: Kinderschutz, Stärkung der Psychiatrieplanung durch Aufbau des gemeindepsychiatrischen Verbundes, Mehrgenerationenhaus am Eselsberg, Gründung Verein"Trotzdem - würdiges Leben trotz Demenz"; bei letzterem bleibt Mayer-Dölle Vorsitzende.

Ansonsten hat sie offen gelassen, was sie nach dem Abschied aus dem Rathaus zu tun gedenkt. Am Tag nach ihrer Wahlniederlage hatte Mayer-Dölle gegenüber unserer Zeitung lediglich angekündigt, in Ulm zu bleiben, wo sie ihre Perspektiven sehe. Aus dem Gemeinderat ist zu hören, dass viele Stadträte, auch solche, die sie nicht gewählt haben, es gerne sähen, Mayer-Dölle bliebe auf der Basis freier Mitarbeit weiterhin für die Stadttätig.

In der Mitteilungüber ihre Verabschiedung ist zudem von Verdiensten die Rede, die sie sich in der Kinderbetreuung erworben habe. Auf kulturellem Sektor sei es ihr unter anderem ein - am Ende realisiertes - Anliegen gewesen, das Archiv der Hochschule für Gestaltung (HfG) zurück auf den Kuhberg in die authentischenGebäude zu holen.