Show Russian Circus on Ice gastiert in der Arena

Visuell reizvoll: die Alice-Show.
Visuell reizvoll: die Alice-Show. © Foto: Volkmar Könneke
Neu-Ulm / Christa Kanand 02.01.2018
Der Russian Circus on Ice bietet 1.300 Besuchern in der Ratiopharm-Arena mit „Alice im Wunderland“ ein Fest für die Augen.

Schneeschauer, Eisbeine in der 20-minütigen Warteschlange am Freitag vor der Neu-Ulmer Ratiopharm-Arena, fast eine Viertelstunde Show-Verspätung: eine Geduldsprobe. Auch für die fünfjährige Alina im Prinzessinnen-­Kleid aus Burlafingen und ihren älteren Bruder Julian. Freudig gespannt warten sie wie rund 1.300 weitere Besucher, darunter viele russischsprachige Familien, auf „Alice im Wunderland“ nach dem Märchenklassiker von Lewis Carroll. Damit tourt der Russian Circus on Ice derzeit durch Europa. Sein Erfolgsrezept seit gut 50 Jahren: Eistanz, kombiniert mit Zirkusakrobatik.

Nebelschwaden, eine Märchen­tanten-Stimme aus dem Off, eingespielte Musik von Russen-Folk bis Latino-Feuer entführten die junge Alice, die anfangs hoch oben im Reifen über der recht kleinen weißen Fläche schwebte, für zwei Stunden auf eine Traumreise. Wobei Hutmacher, Kaninchen, Grinsekatze und Schachfiguren sich anfangs im Schach-­Wunderland schwer taten, das Eis zu  brechen. Doch was heißt Eis? Die 17 Kufenkünstler waren nicht „on Ice“ unterwegs, also eben nicht auf gefrorenem Wasser, sondern auf langsameren Kunststoffplatten. Da glitzerten Kufen, nicht aber das Eis.

Trotzdem cool, dieses Gute-­Laune-Spektakel für die ganze Familie. Fantasievoll boten allerlei Choreografien und Szenerien, Lichtdesign und 3D-Projektionen sowie mehr als 300 bildschöne Kostüme ein Fest für die Augen. Dank Jonglage, Hula-Hoop (Schachkönigin), Flic-Flac-Zwillingen, Seilhüpf-Artistik oder Musikclownerie („Säbeltanz“ auf Wasserflaschen) kam viel Zirkus-­Feeling auf, das erfreut beklatscht wurde.

Richtig auf  Touren kam die farbenfrohe Show mit Moderation erst im zweiten Teil. Endlich stand Eislauf im Mittelpunkt. Leuchtende Kinderaugen bestaunten die Einrad-Formation mit einem Schmetterling auf gestelzten Kufen, Hochseil-Akrobatik (Alice mit Edelritter) und Eistanz-Paare bei spektakulären Spiral- und Hebefiguren. Ab und an war auch das Publikum gefordert: mal als Riesenchor bei „Bruder Jakob“, mal beim  Klatsch-Wettstreit. Nach Alices Krönung zur Königin flogen im Finale Bälle durch die Reihen, ausgelassen wie auf einem Kindergeburtstag.

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