ZOB Rundgang am ZOB für Menschen mit Handicap

JULIA KLING 12.09.2016
Damit Menschen mit Handicap sicher vom ZOB Ost zum ZOB West kommen, gab es vorab eine Rundgang. Die Teilnehmer deckten neue Baustellen auf.

Von Montag an ist der ZOB zweigeteilt. Während die Linien der SWU in den kommenden Jahren am alten ZOB, dem ZOB Ost, halten, fahren die RAB-Linien tagsüber am neu eingerichteten ZOB West in der Schillerstraße ab. Für alle, die mit dem Nahverkehr unterwegs sind, ist das eine Umstellung. Für Menschen mit Handicap besonders. Deshalb machten Eva Zimmermann von der Stadt Ulm und Mitarbeiter der Bahnhofsmission am Samstagmorgen mit 25 Teilnehmern einen Rundgang, um die neuen Wege kennen zu lernen und sich auf etwaige Unannehmlichkeiten einzustellen.

Vier Minuten Zeit, um vom ZOB in die Linie 3 Richtung Wiblingen vor dem Hauptbahnhof umzusteigen. Das hat bislang immer gereicht. Jetzt muss ein Teilnehmer, der seinen Namen wie die anderen Teilnehmer nicht nennen mochte, einen Bus früher nehmen. Denn in fünf Minuten schafft der Sehbehinderte nicht die 450 Meter lange Strecke über den Bahnhofssteg zum ZOB Ost. Der Weg zur Haltestelle am Ehinger Tor ist noch nicht so geläufig, da muss morgens erstmal umgeplant werden. Ein Umstand, der zunächst nicht behoben werden kann, wie Zimmermann erklärt. „Die Fahrtzeiten ändern sich erstmal nicht.“ Ziel des Rundgangs sei es, die Teilnehmer auf die Änderungen aufmerksam zu machen, damit sie sich darauf einstellen können.

Zudem nahm Zimmermann einige Verbesserungsvorschläge am Ende der zweistündigen Begehung mit, die behinderten Menschen die Wege zwischen den ZOB und dem Ehinger Tor erleichtern würden. Etwa am Ende des neuen Bussteigs am ZOB West der mit leichtem Gefälle Richtung Ehinger Tor führt: „Wenn man hier als Blinder oder mit dem Rollstuhl über die Kante kommt, fällt man ja gleich einen halben Meter tief.“ Ein Teilnehmer ist überrascht, wie man hier ein Geländer vergessen konnte. Auch Leitlinien für Sehbehinderte fehlen noch an manchen Stellen. „Es wäre einfach besser, man würde Betroffene fragen, bevor gebaut wird“, sagte eine Teilnehmerin. Ob ihr der Rundgang geholfen hat? „Auf jeden Fall“, erklärt sie. „Ich glaube, er war für beide Seiten hilfreich. Es gibt noch einige Baustellen.“

Info Bis Freitag, 16. September, sind Mitarbeiter der Bahnhofsmission von 7.30 Uhr bis 18.30 Uhr vor Ort und helfen Menschen mit Handicap.