Investition Rund 1,8 Millionen Euro Mehrkosten für Wilhelmsburg 

Ulm / Christine Liebhardt 12.06.2018
Die Wilhelmsburg wird teurer als geplant: Beleuchtung, Breitbandausbau und ein Regenüberlaufbecken kommen neu dazu.

Stadtrat Gerhard Bühler (FWG) brachte das, was wohl viele seiner langjährigen Kollegen dachten, auf den Punkt: „Deshalb schieben wir das Thema seit 25 Jahren vor uns her: Weil uns klar war, dass wir den Deckel nicht mehr zubekommen, wenn wir dieses Fass aufmachen.“ Das Fass ohne Boden, das Bühler meint, ist die Wilhelmsburg, in die die Stadt derzeit dank des Bundesförderprogrammes „Nationale Projekte des Städtebaus“ ordentlich investiert – und wo sie jetzt nochmal nachlegen muss. So hat es der Stadtentwicklungsausschuss einstimmig dem Gemeinderat empfohlen.

Statt knapp 7,2 Millionen Euro liegt die Projektsumme damit bei fast 9 Millionen Euro. Vom Bund, der davon 4,3 Millionen Euro trägt, gibt es dafür keine neuen Mittel. Das heißt: Die Stadt muss die zusätzlichen rund 1,8 Millionen Euro alleine schultern. Eine Kröte, die für viele im Ausschuss nur schwer zu schlucken war. Was definitiv anfällt, erklärte Baubürgermeister Tim von Winning: Beim Vorplatz und im Innenhof hatte die Stadt mit geringeren Kosten gerechnet. Auch liegen die Ausschreibungen aufgrund der Baukonjunktur deutlich über den Prognosen: „Das war nicht vorherzusagen“, verteidigte von Winning die Steigerungen.

Beleuchtung nicht bedacht

Neu hinzu kommen drei Punkte, die noch veränderbar wären und die die Verwaltung in ihrer ursprünglichen Planung nicht eingerechnet hatte: der Breitbandausbau, ein Regenrückhaltebecken – der Kanal der Anlage sei ohnehin an der Grenze der Belastung – und eine Innenhof-Beleuchtung. Der Baubürgermeister gab zu, dass die Stadt die Situation falsch eingeschätzt hat: „Wir dachten, es geht ohne Beleuchtung. Geht es aber nicht, wenn eine Nutzung in den Abendstunden stattfinden soll.“

Die hohe Summe tue weh. „Aber ich glaube, dass es die Wilhelmsburg wert ist und dass wir uns das leisten sollten.“ Darin liege die Grundlage für alle weiteren Ambitionen. Nur „schweren Herzens“ stimmte die SPD zu. Brigitte Dahlbender bat die Verwaltung eindringlich, künftige Schritte besser zu planen. „Man kann tausend wunderbare Dinge machen, aber Förderungen ziehen einen Rattenschwanz nach sich.“

Ähnlich argumentierte auch Michael Joukov (Grüne): Fördermittel hätten etwas vom Käse in der Mausefalle. „Der Bund wird schon gewusst haben, warum er uns die Liegenschaft übertragen hat. Das wird ein Jahrhundertprojekt.“ Siegfried Keppler (CDU) zeigte sich derweil froh, dass man „mal den ersten Schritt gemacht hat“. Die Folgen müsse man jetzt eben akzeptieren.

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