Neu-Ulm Rückstau: Eigentümer in der Pflicht

EDWIN RUSCHITZKA 16.07.2016

Im Juli 2014 hatten zwei starke Regenfälle im Neu-Ulmer Stadtgebiet etliche Keller volllaufen lassen. Die Stadt hatte die Betroffenen per Fragebogen um eine Stellungnahme gebeten und bei Bedarf einen Fachmann vor Ort geschickt. Der hat nach 37 Besuchen – Fachbereichsleiter Tobias Frieß: „Das war viel zu wenig!“ – vor Ort festgestellt, dass in vielen Fällen die Hauseigentümer sorglos im Umgang mit ihren Schutzeinrichtungen gewesen seien. Manche Rückstau-Ventile mussten per Hand bedient werden. Oft sei das zu spät geschehen. Oft sei nichts geschehen, weil die Eigentümer nicht im gleichen Haus wohnten. In anderen Fällen waren die Kellerwände undicht, so dass Feuchtigkeit habe eindringen können. In Wohnanlagen seien private Sammelkanäle nicht ausreichend gewartet worden. Die Geschädigten, so der Fachberater, suchten die Schuld oft bei anderen, auch bei der Stadtverwaltung. Dabei müssten sie selbst dafür sorgen, dass Schutzeinrichtungen vorhanden sind und diese auch funktionieren. Das sahen auch die Stadträte im Ausschuss so. Johannes Stingl (CSU): „Es gibt eine kommunale Verantwortung, die wir annehmen. Aber es gibt auch eine private Verantwortung.“ Fachbereichsleiter Tobias Frieß versprach, dass die Stadt das Optimale aus dem Kanalnetz herausholen werde. Und SPD-Stadtrat Karl-Martin Wöhner regte eine Hochwasser-App an für den Fall, dass das Grundwasser spürbar einsteigt.