Ulm Royal Strings of St. George im Stadthaus

Ulm / SUSANNE RUDOLPH 25.06.2013
Musik für einen guten Zweck: Im Stadthaus gastierten die Royal Strings of St. George. Die Einnahmen fließen an Senioren in den Donauländern.

Natürlich waren die rund 100 Besucher dieses Konzertes hauptsächlich des Benefizcharakters wegen ins Stadthaus gekommen. Denn mittellosen Senioren aus den östlichen Donauländern mit dem Erlös - fast 1300 Euro - die Reise zum Donaufest 2014 zu ermöglichen, ist schon eine feine Sache, die sich die Danube Networkers und der Zawiw-Arbeitskreis Europakontakte, unterstützt von den Soroptimisten, dem Donaubüro Ulm/Neu-Ulm und der Stadt Ulm, da einfallen ließen.

Nicht wenige Besucher haben sich aber besonders auf Sreten Krstic gefreut, den Konzertmeister der Münchner Philharmoniker, der lange Zeit unter Sergiu Celibidache spielte: "Eine goldene Zeit", wie er in der Pause sagte.

Mit seinen zehn Streichern der Royal Strings of St. George führte er auf fesselnde Weise vor, wie unterschiedlich ein Klangkörper und (Klang-)Farben klingen können, je nachdem, welche Werke musiziert werden. So hatte man bei den drei barocken Meistern Vivaldi, Rameau und Tartini den Eindruck, sie würden auf alten Instrumenten gespielt: ohne Vibrato, gläsern fein, sehr akzentuiert und doch rhythmisch schwebend.

Ganz anders der Klang bei Schuberts c-Moll-Ouvertüre, die der 14-Jährige, noch tastend nach der eigenen Sprache, schrieb: mit gezielt eingesetztem Vibrato, voluminös und rund.

In John Williams Filmmusik zu "Schindlers Liste" berührte Sreten Krstic als Solist mit schmerzlicher Wärme, in Piazzollas "Oblivion" mit jener intensiven Bittersüße, die diesen berühmten Edeltango so unvergleichlich macht.

Auch Mendelssohn war knapp 14, als er seine 10. Streichersinfonie komponierte, die im spukhaft wirbelnden Allegro bereits den späteren Mendelssohn ahnen lässt.

Der aufregende Höhepunkt aber blieb einem serbischen Komponisten (1965 geb.) vorbehalten: Ognjen Bogdanovic, dessen furioser "Run" wie ein bedrohlicher Hummelschwarm über den Saal hereinbrach und sich nach heftigen Attacken sanft verebbend zurückzog. Hitchcock hätte es gefallen! Dem Publikum gefiel es auch. Langer Beifall, Zugaben, strahlende Gesichter.