Tag der Rose Romantiker  treffen auf Blumenfans

Ulm / Von Beate Storz 11.06.2018

Rosenparfüms und Rosenseifen dufteten mit den echten Rosen auf dem südlichen Münsterplatz am Samstag um die Wette. Der Rosenduft zog nicht nur viele Besucher an, sondern auch viele Bienen.

Die nützlichen Insekten waren nicht nur selbst präsent, sondern sind auch im Bewusstsein der Menschen. „Viele Rosenkäufer suchen bewusst Rosen mit einfachen Blüten, weil das die Bienen mögen“, sagte Rosenzüchter Sven Stange, der aus Appen bei Hamburg zum „Tag der Rose“ nach Ulm angereist war. Er bot englische und historische Züchtungen an, aber auch klassische Hecken- oder Kletterrosen. Eine große Auswahl hatte Stange auch bei den Farben, nämlich etwa zweifarbige Exemplare wie die gelb-rosa Edelrose „Aquarell-Nostalgierose“ oder die pfirsichgelb-rötliche Strauchrose mit dem Namen „Pretty Sunrise“.

Die Albecker Baumschule Scherrer bot Beratung bei kranken Rosen an. „Je nach Wetterlage bekommen die Rosen Pilze oder werden von Läusen befallen“, erläuterte Helmut Scherrer. Die Baumschule verkaufte auch Rosen, andere Blumen und Rosenbowle.

Rosen hatte Kerstin Roski auch, als Motiv auf Bändern und Borten. Zwar gibt es Borten auch als Meterware im Internet, aber Roskis Borten sind teilweise über 70 Jahre alt. Ihre Familie betrieb eine Weberei in Wuppertal. Nach der Schließung im Jahr 1988 landeten die Stücke in Kisten und wurden nach 25 Jahren von Kerstin Roski aus dem Dornröschenschlaf geweckt.

Christa Scholz aus Ulm war, wie jedes Jahr, auf dem Rosenmarkt. Grund war wohl auch der Stand von Karin Wedemeyer aus München. Sie verkaufte selbst genähte Damenkleider, natürlich mit Rosenmotiv, und Organdy-Hüte. Organdy ist ein ganz feines Baumwollgewebe. Durch die spezielle Veredlung wird der Stoff transparent und leicht steif. „Ich kaufe mir jedes Jahr einen Hut. Das ist schick und er passt in die Handtasche. Ich kann ihn ganz klein falten und danach wieder aufsetzten“, schwärmte Scholz.

Ulmer Duft aus weißer Rose

Zum Rosenoutfit gab es am Samstag auch passenden Schmuck, Schaltücher, Seifen und Parfüm. Die Parfümerie Bohnhardt bot eine Eigenkreation an, die es seit 2017 gibt. Der „Ulmer Duft“ soll bei Heimweh helfen und besteht aus Ingredienzen von weißer Rose und grünem Tee. „Das ist eine Eigenkreation, nach meiner Idee in Südfrankreich hergestellt. Wir haben sehr gute Kontakte zu Chanel und durften die Dienste eines Parfümherstellers in Anspruch nehmen“, erzählte Ingrid Maurer-Marquardt von der Parfümerie Bohnhardt. Seit 19 Jahren gibt es den Tag der Rose, die Parfümerie war stets dabei. „Wir kommen gerne, denn hier kommen wir mit vielen Ulmern ins Gespräch und die Atmosphäre ist wunderbar“, schwärmte Maurer-Marquardt.

Die Initiatoren des Tages der Rose, die Ulmer Rosenfreunde, waren mit einem Stand ebenfalls vertreten und verkauften Rosenbücher und Rosensträuße. „Die Blüten stammen von unseren Mitgliedern. Viele Besucher kommen zu uns, weil sie bei uns Rat und Hilfe in Rosenangelegenheiten brauchen. Und das bekommen sie von uns auch gerne“, erzählte die Vorsitzende Carmen Kreiser.

Veranstalter sind die Rosenfreunde übrigens nicht mehr allein, sondern in Zusammenarbeit mit dem Ulmer City-Marketing. Selbst Essen und Trinken waren stilecht im Angebot: Es gab Rosenbowle, Rosentorte, Roseneis, Rosenlimonade und anderes mehr.

Dauerhaftes aus vergangenen Zeiten

Antikmarkt Unikate statt Massenwaren: Wer sich individuell einrichten will, wird oft auf Antikmärkten fündig. Einen solchen gab es am Samstag ebenfalls im Ulm. Spielsachen, Bücher, Haushaltsgegenstände, Möbel, Schmuck oder Weißwäsche aus vergangenen Zeiten waren zu haben. Beim Stand des Kunsthändlers Georg Britsch aus Bad Schussenried mussten sich der Käufer nicht  mal um den Transport kümmern. „Wir liefern nach Marktende an“, sagte Mitarbeiter Felix Oberle. Er bot unter anderem einen Sekretär aus Nussbaum von 1830 an. „Daran sieht man, dass die Möbel lange halten. Wer sich Antiquitäten kauft, hat etwas Dauerhaftes und gute Qualität“, so Oberle.