Was dachten die Rock-Superstars aus Südafrika wohl, als sie nach ihren Auftritten beim Uefa Champions League Festival in Mailand und im Münchner Olympiastadion nun beim Fiddlers Green im beschaulichen Pfaffenhofen ankamen? Gewohnt an große Bühnen wie bei Rock im Revier oder bei Rock in Vienna, sollten sie nun auf der kleinen Bühne des Irish Pub ihre Bühnenshow präsentieren? Und statt vor tausenden Leuten nun inmitten des Publikums im direkten Augenkontakt stehen? Da bot sich natürlich ein kleines feines Akustikset an. So spielten Prime Circle jetzt im proppevollen Fiddlers Green zu dritt und zeigten, dass ihre Songs auch in reduzierter Form funktionieren, ja manchmal sogar noch viel eindringlicher und berührender das Publikum erreichen.  Sänger und Gitarrist Ross Learmonth entschuldigte sich mehrfach für seine angegriffene Stimme, die teilweise stark an Scott Stapp von Creed erinnerte. Als Grund nannte er selbstverständlich das gute deutsche Bier. Ob es daran lag oder an dem Mammutprogramm, das Prime Circle derzeit in Europa absolvieren, den Songs tat dies keinen Abbruch. Mit sparsam gespieltem Schlagzeug, Akustikgitarre und Keyboard nur spärlich instrumentiert, brachte der leicht raue Gesang Rock ’n’ Roll, Emotion und Leidenschaft in die Stücke. Obwohl die Band vom anderen Ende der Welt kommt, traf deren Musik genau den Nerv der Zuhörer. Mit so lautstarkem Jubel rechnete die Band hier in Deutschland „auf dem Lande“ sicherlich nicht.

Die erfolgreichste Rockband aller Zeiten in Südafrika, deren erste Single „Hello“ bereits 28 Wochen an der Spitze der südafrikanischen Charts stand und deren sechs Alben allesamt Gold- und Platinstatus erreichten, spielte eine Stunde lang einen Mix ihrer größten Hits und ihrer aktuellen Platte „Let the Night In“. Nach einer Pause folgte noch eine intensive halbe Stunde, in der sie zu „Yeah“ vom aktuellen Album noch den zweiten Gitarristen Dirk Bischoff auf die Bühne holten und das Publikum erfolgreich zum Mitsingen animierten. Danach war Schluss, die Stimme machte nicht mehr mit. Ein ganz besonderes Konzert in der an Highlights sicher nicht armen Konzerthistorie des Fiddlers Green.