„Gitarren, ein Holzsaxofon und Stimmen so rau wie das Kopfsteinpflaster, von dem sie kommen“ – so beschreiben die Musiker der „Roadstring Army“ ihren Sound. Angefangen hat die Band im Jahr 2016 mit Straßenmusik auf dem Ulmer Münsterplatz. Im Gepäck: Eine Mischung aus Rock, Pop und Blues. Heute spielen die vier Jungs auf größeren Bühnen in Deutschland und im Ausland. Konzerte geben sie aber weiterhin in ihrer Heimat – und dort auch gerne mal auf der Straße. Am vergangenen Samstag waren sie mit dem Radio 7 Bandbus bei der Ulmer Kulturnacht unterwegs. Frontsänger Basti Seliger hat uns ein paar Fragen beantwortet.

Bei euren Konzerten springst und tanzt du auf der Bühne herum. Hand aufs Herz: Hast du am nächsten Tag manchmal Muskelkater?

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Basti Seliger: Anstrengend ist so ein Konzert mit Sicherheit. Aber ich habe mich schon immer so verhalten, wenn mir die Musik und vor allem die Atmosphäre, in der sie gemacht wird, gefallen. Wenn dann noch der Energiefunken aufs Publikum überspringt, ist das für mich immer wieder eine Bestätigung: Musik ist ein Gemeinschaftserlebnis. Und Muskelkater? Kommt sicher vor, aber das sehe ich dann ganz sportlich: Dann hat man einen guten Job gemacht.

Los ging es für die „Roadstring Army“ auf dem Ulmer Münsterplatz, wo ihr als Straßenmusiker gespielt habt. War der Anfang schwer?

Wenn man Straßenmusik macht, um ein großen Publikum zu erreichen, ist das mit Sicherheit eine harte Sache. Gleichzeitig lernt man aber tausendmal mehr als auf jeder Bühne. Die Aufmerksamkeit war aber für uns nie Grund, auf den Münsterplatz zu gehen. Für uns bedeutet Straßenmusik die Möglichkeit, Musik egal wie, wann und wo machen zu können.

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Mittlerweile seid ihr zu viert und spielt häufiger auf Bühnen als auf der Straße. Gibt es in den vergangenen Jahren einen Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Anfang des Jahres hatten wir unsere erste große Auslandsshow in Paris, ein anderes Mal durften wir auf einem Festival mit Mando Diao spielen. Da ging natürlich schon ein krasser Traum in Erfüllung. Aber letztendlich sind es für uns die Menschen, die wir immer neu kennenlernen dürfen und die aus jedem Gig ein Highlight machen.

Ihr habt schon an einigen Band-Contests teilgenommen. Was macht die „Roadstring Army“ deiner Meinung nach besonders?

Ich glaube, dass wir grade in der heutigen Zeit durch unseren komplett natürlichen Akustik-Sound aus der Reihe tanzen. Wir bieten einen harmonischen, ehrlichen Sound mit der richtigen Prise Straßenstaub. Dazu markante, kräftige Stimmen mit einer außergewöhnlichen und zugleich natürlichen instrumentellen Besetzung.

Euer erstes Album „Roadworthy“ erschien im vergangenen November. Gibt es bald eine Fortsetzung?

Wir sind gerade viel am Schreiben und Vorproduzieren und wollen dafür im Winter auch die Live-Auftritte ein wenig reduzieren. Sicher ist: Neue Songs kommen bald.

Ab und zu kommt ihr mit eurer Musik doch wieder zurück auf die Straße. Was ist das besondere an solchen Konzerten?

Ein gebuchter Auftritt hat vorgegebene Zeiten. Wenn wir auf die Bühne gehen, stehen im besten Fall bereits Leute, die uns Aufmerksamkeit schenken. Straßenmusik beginnt und endet ohne Vorgaben und bietet dazu noch musikalische und künstlerische Freiheit. Gespielt wird sie für Menschen, die eigentlich etwas ganz anderes im Sinn hatten, als sie am Morgen aus dem Haus gegangen sind. Und es ist megaschön zu sehen, dass gerade in einer Zeit voller Stress und Termine Leute vom Manager bis zur Mutter stehen bleiben und zuhören. Auf keiner Bühne erreicht man unterschiedlichere Menschen als auf dem Kopfsteinpflaster.

Wann spielt ihr wieder in Ulm?

Unser nächster Auftritt in Ulm ist am 8. November im Studentencafé. Außerdem veranstalten wir mit weiteren Bands aus Ulm am 7. Dezember im Café Jam ein Jahres-Abschlusskonzert. Dass Live-Musik in dieser Stadt gelebt wird, ist ja seit der letzten Ulmer Kulturnacht mehr als klar.

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

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