Am Dienstag Vertragsunterzeichnung mit dem Investor, Baubeginn noch im Januar, voraussichtliche Fertigstellung bereits im Mai 2019: Völlig überraschend verkündete die Leitung der Uni- und Rehabilitationskliniken Ulm (RKU) am Dienstag den Bau eines neuen fünfstöckigen Gebäudes auf dem Oberen Eselsberg. In unmittelbarer Nähe zu den bestehenden RKU-Gebäuden entstehe in Richtung Uni-Klinikum ein „hotelähnlicher“ Komplex mit zusätzlichen 50 Betten, wie RKU-Geschäftsführer Matthias Gruber auf Anfrage mitteilte.

Nutzer sollen Patienten der orthopädischen Reha sein, die sich nach ihrem Krankenhausaufenthalt in einem „besonders gehobenen Ambiente in Einzelzimmern mit 4-Sterne-Hotel-Charakter ganzheitlich erholen können“, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Wort „Hotel“ sei allerdings etwas missverständlich, räumte Gruber auf Nachfrage ein. Die Kosten für den Aufenthalt müsse der Patient nicht tragen. Dafür kämen die Krankenkassen auf, wobei kein Unterschied zwischen Kassen- und Privatpatienten gemacht werde.

Aus Eigenmitteln finanziert

Das Gebäude – Investitionssumme 8,5 Millionen Euro – werde komplett aus Eigenmitteln der Klinik errichtet. „Das RKU profitiert von der guten wirtschaftlichen Lage.“ Ein Vertrag zwischen Uni-Klinikum und Sana-AG, die je 50 Prozent der Anteile am RKU halten, sieht vor, dass sämtliche Gewinne im RKU investiert werden müssen. Für Gruber ist die Investition eine logische Folge der Philosophie am RKU: Im Vordergrund stehe „die bestmögliche Versorgung der Patienten auf höchstem Niveau“. Er macht keinen Hehl daraus, dass er sich durch das neue Angebot mehr Renommee und zusätzliche Patienten verspricht.

Mit der Firma Kanne habe ein Unternehmen den Zuschlag erhalten, mit dem man schon seit Jahren zusammen arbeite, so Gruber. Die auf Service-Konzepte in Krankenhäusern, Seniorenheimen, Bahnhöfen, und Shoppingcentern spezialisierte Unternehmensgruppe betreibt bereits das Café im RKU.

Für den Chefarzt der Orthopädischen Uni-Klinik am RKU, Prof. Heiko Reichel, erfüllt sich mit dem neuen Gebäude der seit langem bestehende Wunsch, allen Patienten nach der OP ein Einzelzimmer mit Hotelambiente anbieten zu können. Die durch die Umstrukturierung gewonnene Fläche im Hauptgebäude soll für den Ausbau der neurologischen Frührehabilitation durch die Installation von weiteren 26 Betten in der Neurologischen Uni-Klinik von Prof. Albert Ludolph genutzt werden, die damit auf 135 Betten wachsen wird.