Meinung Kommentar zur Umbenennung des Heilmeyer-Saals: Richtige Entscheidung

Lokalredakteur Rudi Kübler.
Lokalredakteur Rudi Kübler. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Rudi Kübler 05.09.2018
Dass die Stadt Ulm jetzt den Heilmeyer-Saal umbenennt, ist angesichts der NS-Vergangenheit des Gründungsrektors der Uni Ulm richtig, meint Rudi Kübler.

Keine Frage, sein Name war wie Donnerhall. Ludwig Heilmeyer (1899-1969) hat sich als Mediziner und Wissenschaftsmanager verdient gemacht. Er galt als einer der führenden Internisten der Nachkriegszeit. Der Rat des renommierten Wissenschaftlers wurde gern gehört – auch und gerade von der Politik. Nicht von ungefähr ließ er sich als Gründungsrektor auf das Unternehmen „Universität Ulm“ ein. Ohne ihn, den kantigen Macher, ist der Obere Eselsberg nicht zu denken.

Dass die Stadt Ulm, die dem Internisten ebenfalls viel zu verdanken hat – nicht zuletzt die Bezeichnung Universitätsstadt – jetzt den Heilmeyer-Saal umbenennt, ist dennoch die richtige Entscheidung. Denn es gab eben auch die andere Seite des Ludwig Heilmeyer: Er gehörte dem rechtsradikalen Freikorps Epp an, er war NS-Dozentenschaftsführer, er schrieb nach dem Krieg Gutachten für einen Kollegen, der im KZ Dachau Menschenversuche an Sinti und Roma durchgeführt hatte. Und er eignete sich das „Handbuch für Hämatologie“ an – wohlwissend, dass der eigentliche Herausgeber ein jüdischer Kollege war. Dass dieser im KZ ermordet wurde, war für ihn kein Thema. Heilmeyer sprach beschönigend von der „Abwanderung der Juden“.

Ludwig Heilmeyer taugt nicht als Namensgeber – auch nicht als Namensgeber für eine Straße. Die Stadt muss diesen zweiten Schritt folgen lassen.

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