Neu-Ulm / Chirin Kolb

Auf der einen Seite Reste der Bundesfestung, auf den anderen drei Seiten viel Grün und alte Bäume, zur Innenstadt nur ein paar hundert Meter, zu vielen Fachmärkten nur ein paar Schritte: Die künftigen Mieter des Gebäudes Vorwerkstraße 23/1 werden in ausgezeichneter Lage leben. Davon zeigte sich der Neu-Ulmer OB Gerold Noerenberg beim Richtfest überzeugt. Das Haus mit 31 Wohnungen entsteht in der Elefantensiedlung auf einem Grundstück, auf dem bis vor gut zwei Jahren ein Kindergarten stand, der verlegt wurde.

Alles ging schnell

Bauherr ist die städtische Wohnungsgesellschaft Nuwog. Ihrem Geschäftsführer Andreas Heipp, dem Architekturbüro Braunger/Wörtz und allen anderen Beteiligten dankte Noerenberg, dass der Bau so schnell verwirklicht werden kann. „Binnen kürzester Zeit wurden die Pläne aus dem Boden gestampft und für die Finanzierung gesorgt.“ Die Nachfrage nach Wohnraum sei in Neu-Ulm nach wie vor riesig, gerade auch nach günstigen Mietwohnungen. Die Nuwog sei mit ihren Neubauten, auch dem Vorhaben in der Vorwerkstraße, richtungsweisend und habe schon mehrere Architektur- und Städtebau­preise erhalten.

In dem fünfgeschossigen Neubau entstehen 31 barrierefreie Zwei- und Dreizimmerwohnungen mit Loggien und insgesamt 2000 Quadratmetern Wohnfläche. Die Wohnungen sollen Ende des Jahres bezugsfertig sein. Die Nuwog investiert in den Bau 5,3 Millionen Euro. Bezuschusst wird das Projekt vom Freistaat Bayern über ein Programm zur Förderung bezahlbaren Wohnraums.

„Günstigen Wohnraum kann man nur schaffen, wenn man günstig bauen kann“, sagte Geschäftsführer Heipp. Die reinen Baukosten belaufen sich bei dem Neubau auf 1800 Euro pro Quadratmeter – „ein Spitzenwert“.

Der Nuwog gehören alle Häuser der in den 50er Jahren vom Bund gebauten Elefantensiedlung. Bei der Sanierung 2002 bis 2007 baute die Nuwog auch ein Hackschnitzel-Kraftwerk, das zusammen mit dem SWU-Fernwärmenetz die Siedlung versorgt.

Bunt statt grau: die neue Elefantensiedlung

Sanierung
Zwei lebensgroße Betonelefanten gaben der Elefantensiedlung im Viertel zwischen Reuttier Straße, Finninger Straße, Vorwerkstraße und Im Starkfeld ihren Namen. Die Stadt Neu-Ulm kaufte das Quartier 1993 dem Bund ab. Von 2002 bis 2007 modernisierte die städtische Wohnungsgesellschaft Nuwog die Mietwohnungen. Auch ein Gemeinschaftshaus gehört zur Siedlung.