Ulm Revolverheld bescheren knapp 7000 Zuhörern ein feines Münsterplatz Open Air

MAGDI ABOUL-KHEIR 17.07.2016
Fast 7000 Fans feierten mit Revolverheld am Sonntagabend auf dem Münsterplatz ein schönes Open-Air-Konzert. Zuvor hatte schon Max Giesinger gepunktet.

„Freunde bleiben“ – den Wunsch konnten am Sonntagabend gegen 23 Uhr an die 7000 Zuhörer dieser sympathischen Band kaum verwehren. Revolverheld hatten auf ihrer „MTV Unplugged Tour“ in Ulm Station gemacht und ein stimmungsvolles Münsterplatz Open Air hingelegt. Und dabei wohl noch den ein oder anderen Freund hinzugewonnen.

Es war natürlich beileibe nicht der erste Auftritt von Revolverheld in Ulm. In Roxy haben sie schon gespielt, im Zelt haben sie sogar ein Stück Zaun geklaut, wie sie am Sonntag gestanden. Niels Grötsch, einer der Helden, hat in Ulm sogar seine Höhenangst bezwungen, in dem er den Münstertum „fast bestiegen“ hat.

Dass Frontmann Johannes Strate mal Sachen sagte wie „Was geht ab, Münster?“, das war allerdings wohl weniger dem Respekt einflößenden Gotteshaus geschuldet als der Tatsache, dass Revolverheld am Vorabend eben in Münster/Westfalen aufgetreten waren. Ach ja, Münster und Münster, das kann man schon mal verwechseln.

Doch zunächst, um 20 Uhr, hatte Max Giesinger das Münsterplatz Open Air eröffnet. Der 27-jährige Badener, der sich vor gut vier Jahren in der ersten Staffel von „The Voice of Germany“ bis ins Finale gesungen hatte,  hat derzeit so richtig einen Lauf. Und das ist mehr als ein plattes Wortspiel: Sein zweites Album heißt ja „Der Junge, der rennt“, vor allem aber wurde seine Single „80 Millionen“ – eigentlich ein Liebeslied –  in einer EM-Version in den vergangenen Wochen zu einem echten Hit und zur inoffiziellen Hymne des Fußball-Jahres.

Giesinger ist also derzeit gern und viel unterwegs, und in Ulm sammelte er gestern Abend nicht nur mit seinen eingängigen Songs wie „Kalifornien“ Sympathiepunkte. „Danke, dass ihr so lieb zu mir seid“, freute er sich. Und als aus tausenden Kehlen schließlich „80 Millionen“ mitgesungen wurde, merkte er: Wie das mit der Karriere läuft, „scheint kein Traum zu sein“.

 Traumhaft läuft es schon länger für Revolverheld, die um 21 Uhr mit „Bands deiner Jugend“ loslegten. Die Hamburger Band ist seit gut zehn Jahren im Geschäft, und auch sie sind „Immer in Bewegung“, wie das jüngste ihrer vier Studioalben heißt. Gleich drei Top-Ten-Hits stammen von diesem Album, und sie alle erklangen gestern Abend: „Das kann uns keiner nehmen“, „Ich lass für dich das Licht an“ und „Lass uns gehen“. Da war großes kollektives Singen angesagt, aber auch  „Halt dich an mir fest“ und„Spinner“ kamen prima an.

Die Mannen haben Comet und Echo gewonnen, vor zwei Jahren mit „Lass uns gehen“ auch den Bundesvision Song Contest und als „bester deutscher Act“ zudem einen MTV Europe Music Award abgeräumt.  Im vergangenen Jahr folgte dann mit „MTV Unplugged in drei Akten“ eine besondere Ehre und Anerkennung. Die CD erreichte nicht nur Gold-Status, die Band ist mit dem Format, in dem die Songs möglichst handgemacht und  unverfälscht gespielt werden, auch live unterwegs – nun eben in Ulm.

Unplugged auf dem Münsterplatz und als Open Air? Doch, das funktionierte nicht übel. Weil Revolverheld Lieder im Repertoire haben, die auch auf diese Weise reizvoll sind, weil sie durchaus eine gewisse musikalische Substanz besitzen, weil sie auch ohne technische Gimmicks bestehen, weil sie etwas zu erzählen haben. Zum Beispiel in „Deine Nähe tut mir weh“ und „Worte die bleiben“, emotionale Songs, getragen von der sonoren Stimme Strates. Die ausgefeilten, warmen, zuweilen gar delikaten Unplugged-Arrangements überzeugten, die Band hat sich für dieses Format um Streicher, Bläser und Backgroundsängerinnen verstärkt. Ja, die Zeiten als Revolverheld in einem „Probestall“ üben mussten und gar glaubten, dass Ulm in Österreich liegt, sind lange vorbei.

Zu „Sommer in Schweden“ kam dann noch mal Max Giesinger zurück, mit „Ich lass für dich das Licht an“ ging eauf die Zielgerade. Dann scheiterte Strate noch bei dem Versuch, auf „Ulm“ einen guten Reim zu finden, dafür gab es als Zugabe das Echt-Cover „Du trägst keine Liebe in Dir“. Und eben „Freunde bleiben“. Revolverheld, das bleiben wir.

Alles zum Schwörwochenende finden Sie hier: www.swp.de/3898917

Auch am Montag Livemusik

Schwörmontag Ulms größte Sommerparty hat in diesem Jahr mal wieder namhafte Live-Acts zu bieten. Das Highlight am Schwörmontag auf dem Münsterplatz wird der Auftritt von Max Mutzke sein, der eine der besten deutschen Soul-Stimmen sein Eigen nennt. Los geht die Party um 17 Uhr: Vor Max Mutzke spielen Qunstwerk, N*Cognito und Marquess.