Museum Ulm Restaurierung eines Porträts am Museum Ulm

Die Restauratorinnen Evamaria Popp (rechts) und Stefanie Bosch mit dem Porträt der Magdalene Besserer.
Die Restauratorinnen Evamaria Popp (rechts) und Stefanie Bosch mit dem Porträt der Magdalene Besserer. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Magdi Aboul-Kheir 13.10.2018

Im Festgewand steht die Dame vor dunklem Hintergrund, von einem Vorhang gerahmt. Vor ihr befindet sich ein mit grünem Stoff bedeckter Tisch mit einer Nelke darauf. Das Porträt der Ulmerin Magdalene Besserer, geb. Kiechel, wurde 1630 wohl von Andreas Schuch gemalt – und macht auf den Besucher im Museum Ulm einen frischen Eindruck. Kein Wunder, das Ölgemälde wurde zuletzt fachmännisch restauriert.

Das Museum will seine Ausstellungsräume im Kiechelhaus neu gestalten, mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten, sagt Mittelalter-Kuratorin Eva Leistenschneider. Jetzt steht mit „Restaurierung“ ein zentrales museales Thema im Mittelpunkt einer kleinen Schau: „Vorhang auf für Magdalene Besserer“.

Das Porträt wurde im Zuge der Bachelor-Arbeit von Christiane Kritzer, einer Studentin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart, untersucht, konserviert und restauriert. In der Ausstellung liegt eine ausführliche Dokumentation der Restaurierung aus, zudem sind auf einem Monitor die einzelnen Arbeitsschritte nachzuvollziehen. Als Kontrast ist ein anderes, nahezu gleich altes, aber eben nicht restauriertes Frauen-Porträt zu sehen: Es wirkt im Kontrast matt und schmutzig, hat einen vergilbten Firnis.

Von besonderem Interesse ist, wie der zerstörte grüne Vorhang im Besserer-Porträt rekonstruiert wurde, unter anderem mit Grünspan (Kupfergrün), wie Evamaria Popp, Restauratorin am Museum und Kuratorin der Schau, erläutert. Wie dieses historische Pigment hergestellt werden kann, zeigt in der Ausstellung die Chemie-Facharbeit eines Ulmer Schü­lers.

Info Zum Europäischen Tag der Restaurierung am Sonntag gibt es im Museum Ulm um 14 Uhr eine Kinderführung und um 15 Uhr eine Erwachsenenführung zu „Vorhang auf für Magdalene Besserer“. Am 28. Oktober, 15 Uhr, steht eine weitere Führung an.

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