Wer in der Mensa der Uni Ulm eine Extra-Portion Bratensoße möchte, muss seit kurzem 35 Cent dafür bezahlen. Über diese Neuerung sind zahlreiche Studierende empört, im sozialen Netzwerk „Jodel“ machen sie ihrem Unmut Luft. „In jedem Restaurant der Stadt bekommt man Soßennachschlag umsonst, aber in der Uni-Mensa muss man dafür zahlen. Das ist lächerlich“, sagt ein Student gegenüber cityStories Ulm.

Doch ist das tatsächlich so? Wir haben in vier Ulmer Gaststätten nachgefragt.

„Zunfthaus der Schiffleute“

Im Ulmer Traditionslokal „Zunfthaus der Schiffsleute“ ist die Bratensoße zu vielen Gerichten ein wichtiger Begleiter. „Wer mehr möchte, bekommt mehr. Gratis. Auch bei Gerichten, die eigentlich ohne Soße serviert werden, geben wir auf Wunsch kostenlos Soße heraus“, sagt Servicekraft Sabrina Anders. Viel Soße gehöre einfach dazu. „Wenn jemand will, bringe ich ihm sogar eine halbe Badewanne voll“, sagt Anders lachend.

Wilhelm Schubert, Pächter des „Zunfthaus der Schiffsleute“, berechnet seinen Gästen den Soßen-Nachschlag nicht.
© Foto: Petra Starzmann

„Zur Zill“

„Bei uns ist die Bratensoße zu jedem Gericht umsonst – Nachschlag inklusive“, versichert „Zur Zill“-Betreiber Daniel Zauner. Er betont: „Wenn jemand vier- oder fünfmal nachbestellt, kann es sein, dass ich 50 Cent berechne.“ Das komme allerdings selten vor, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Auch in der Zill ist der Soßen-Nachschlag kostenlos.
© Foto: Petra Starzmann

„Barfüßer“

Die Regel im Barfüßer ist anders: „Wenn Bratensoße zum bestellten Gericht dazugehört, ist der Nachschlag kostenlos“, erklärt eine Kellnerin. Wer eine Speise bestellt, für die keine Soße eingeplant ist, – beispielsweise Kässpätzle – muss einen Euro pro Soßenportion bezahlen.

Ist für ein Barfüßer-Gericht keine Soße vorgesehen, kostet die Soßenbestellung einen Euro.
© Foto: Volkmar Könneke

„Brauhaus Drei Kannen“

„Wir können den Schwaben doch nicht ihre Soße berechnen“, sagt Samuel Weigel. Der Kellner im Ulmer Brauhaus „Drei Kannen“ serviert seinen Gästen auf Wunsch stets kostenlose Extra-Soße – auch, wenn sie nicht zum Gericht passt.

Im Brauhaus „Drei Kannen“ können Gäste kostenlos Soße nachbestellen.
© Foto: Alexander Kern

So ist die Regelung in der HNU-Mensa in Neu-Ulm

Einige Ulmer Lokale zeigen sich in Sachen Bratensoße also großzügig. Doch wie sieht es in der Mensa der Hochschule Neu-Ulm aus? „Hier gibt es ausschließlich vorportionierte Gerichte. Auch die Soßenmenge ist genau kalkuliert“, sagt Michael Noghero vom Studentenwerk Augsburg, das die Mensa betreibt. Einen Nachschlag gebe es nicht – weder bei der Beilage noch bei der Bratensoße. Auch nicht gegen Bezahlung. Wer nach der ersten Portion noch hungrig ist, muss sich ein neues Gericht kaufen. Noghero: „Bislang sind Soßen-Fans in der Mensa immer mit der kalkulierten Soßenmenge glücklich geworden.“

Im Mensa-System der Hochschule Neu-Ulm ist kein Nachschlag vorgesehen. Sowohl bei den Beilagen als auch bei den Soßen.
© Foto: Lars Schwerdtfeger

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

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