Kommentar Schülermarsch durch Ulm: Respekt für junge Leute

Lokalredakteurin Beate Rose.
Lokalredakteurin Beate Rose. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Beate Rose 12.07.2018
Schüler organisierten einen Schülermarsch durch Ulm, der ein Zeichen gegen Rassismus setzen soll. Dazu ein Kommentar von Beate Rose.

Reicht ein Marsch durch Ulm, um auf Themen wie Rassismus aufmerksam zu machen oder um den hasserfüllten Ton zu bannen, der in Reden von Politikern mittlerweile salonfähig geworden ist? Natürlich nicht. Aber ein Schülermarsch zeigt, dass es jungen Leuten nicht egal ist, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt und dass Schüler sehr wohl diese Entwicklungen wahrnehmen.

Dabei wird jungen Leuten gerne unterstellt, dass sie kaum Interesse am politischen Geschehen hätten oder am Zusammenleben in der Gesellschaft. Die Gruppe der 17 jungen Leute, die zum Schülermarsch aufgerufen haben, beweist das Gegenteil – genauso wie jene, die dem Aufruf gefolgt sind, die dafür Plakate gemalt haben.

Der Schülermarsch war ein fröhlicher Lauf, bei dem auch mal eine Konfettikanone abgefeuert wurde. Dennoch glich die Demo keinem Partyzug, dazu war die Botschaft zu ernst. Schüler fordern Toleranz und friedliches Zusammenleben ein, Werte, die für sie keine Phrasen, sondern ihnen wichtig sind.

Es ist ein Armutszeugnis für Politiker, dass Schüler mittlerweile auf die Straße gehen, weil sie von deren hasserfüllten Sprache und billiger Meinungsmache  schockiert sind. Für diesen Einsatz für Demokratie haben sich die Ulmer Schüler Respekt verdient.

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