Ulm / cst

Positive Zahlen hat der Förderkreis Bundesfestung Ulm vorzuweisen: Er hat inzwischen 310 Mitglieder, die Zahl der ehrenamtlichen Arbeitsstunden erhöhte sich auf mehr als 12.000, und bei den 388 Führungen erfuhren genau 8535 Gästen Interessantes über die Festungsgeschichte und die Arbeit der Ehrenamtlichen. Das berichtete der erste Vorsitzende Matthias Burger  bei der Mitgliederversammlung.

Im Fort Oberer Kuhberg läuft noch immer die aufwendige Sanierung der Außenfassade des rechten Flankenturmes (Nordturm). Hier kam es aufgrund des undichten Daches und Gesimses über Jahre zu einer Durchfeuchtung des senkrechten Mauerwerks. In der Folge zerstörte der Frost vor allem die äußere Kalksteinschicht aus der Erbauungszeit von 1848 bis 1857. Arbeitseinsatz ist jeden Samstag ab 8 Uhr in der „Festungs-Bauhütte Fort Oberer Kuhberg“, warb Burger um neue Helfer.

Zwei vollständig abgeschlossene Projekte wurden der Öffentlichkeit bereits vorgestellt: Am 8. April erschien die Vereinschronik „40 Jahre restaurieren, dokumentieren, präsentieren“ (wir berichteten). Und am 8. Juli wurde das „6-Pfünder Festungsgeschütz“ vorgestellt und dem Museum übergeben. „Allein hier waren über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren rund 6000 Arbeitsstunden nötig, um den Nachbau umzusetzen“, sagte Burger. Nach dem Fund der Baupläne im Bayerischen Armeemuseum in Ingolstadt, konnte es bis ins letzte Detail rekonstruiert werden.

Da die Maße im „rheinischen Zoll“ angegeben waren, waren zuvor aufwändige Umrechnungen und Planungen notwendig gewesen. Finanziell oder materiell unterstützt wurde das Projekt von vier beteiligten Firmen und einer Einzelspende. In Ulm stehe nun ein „bundes-, wenn nicht sogar europaweit, einzigartiges Ausstellungsstück“, sagte der Vorsitzende. Ebenfalls „auf den Punkt“ hatten drei Mitglieder die dazugehörige Literatur „Das Ulmer 6-Pfünder Festungsgeschütz von 1848“ fertiggestellt und präsentiert.

Kopfzerbrechen bereiten dem Verein zwei Probleme. Zum einen die hohe Luftfeuchtigkeit im linken Flankenturm (Südturm), der im Vorfeld für das neue Geschütz herausgeputzt wurde. Bisher konnte noch keine Lösung zur praktikablen und kostengünstigen Entfeuchtung gefunden werden. Zum anderen muss für die Vereinsunterlagen wie Dokumente, Filme, Bilder, Akten oder die aktuellen Bücher und Printmedien sehr schnell eine Lösung zur trockenen und zentralen Lagerung gefunden werden, forderte Burger.

Themawechsel: Im Fort Friedrichsau konnte die Dachsanierung der Kehlcaponniere fast abgeschlossen werden. Im vergangenen Jahr wurde die Erde entfernt, die Dachfläche mehrfach mit Schweißbahnen abgedichtet und der Kies nach oben befördert.

In einer zeitnahen Aktion wird dann wieder die Erde aufgebracht und nach alten Plänen modelliert. „Die Arbeiten wurden nahezu vollständig von der Jugendmannschaft durchgeführt und von der Stadt unterstützt“, betonte der Vorsitzende.

Auch das Grünland gepflegt

Durch das Engagement konnte auch der Zustand des Fort Oberer Eselsberg-Nebenwerks und anderer Festungsteile im Stadtgebiet Ulm/Neu-Ulm verbessert und gesichert werden. Weiter wurde im vereinseigenen Fort Safranberg und im Infanteriestützpunkt 58 im Muthenhölzle das Grünland gepflegt.

Nachdem im Fort Friedrichsau die morsche Holzbrücke demontiert werden musste, soll in den kommenden Monaten die derzeit in der Fertigung befindliche Brücke aufgebaut werden. „Neben der Zugänglichkeit über den Graben in das Reduit wird sie das Erscheinungsbild des bekannten Forts nachhaltig prägen“, ist Burger überzeugt.

Regelmäßig Führungen und ein Festungstag

Termine Am Ostersonntag, 16. April, steht eine „Regelführung“ durch die Wilhelmsburg auf dem Programm. Am 7. Mai gibt es eine ebensolche durch das Fort Oberer Kuhberg. Am 4. Juni ist wieder „Tag der Festung“. Und im Rahmen der „Ulmer Extras“, die von der Ulmer/Neu-Ulmer Touristik (UNT) angeboten werden, finden regelmäßig Sonderführungen statt.