Neu-Ulm Reizvoll Unbekanntes in der Musikschule

Neu-Ulm / SIBYLLE SCHÄFER 18.04.2016
Selten gespielte Werke und eine außergewöhnliche Kombination an Instrumenten, die man sonst nicht so oft im Zusammenspiel hört.

Dies machte den ersten Teil des guten Geistes aus, den Matthias Haacke, der Leiter der Musikschule Neu-Ulm, in seinen Einführungsworten beim jährlichen Stiftungskonzert im Saal der Schule beschwor. Und der zweite Teil? Das hörbare Engagement aller Musiker!

Im Programm, durch das Elisabeth Herfurth führte, waren gleich mehrere unbekannte Komponisten versteckt: Joseph Kreutzer, Giulio Regondi, Gabriel Grovlez oder Roland Dyens. Gerade ihre Werke sorgten für neue Hörerlebnisse neben bekannten Klassikern wie Bachs Vivace aus dem Doppelkonzert d-Moll, das von Dorota und Marie Helling (Violine) und Sofia Kourtidou (Klavier) flott und mit warmem Klang vorgetragen wurde, oder den Nocturnes op. 9 Nr. 2 und op. 55 Nr.1 von Chopin.

Kreutzers Adagio Alla Polacca aus dem Trio A-Dur op. 16 wurde im geglückten Zusammenspiel von Lisa Duhm (Gitarre), Barbara Noller-Christ (Klarinette) und Yushin Terasawa (Flöte) präsentiert. Mit seinem lyrisch-einfühlsamen Gitarrenspiel stellte Stefan Schmitz Regondis Etüden Nr. 8 und Nr. 1 vor. Sehnsuchtsvoll und heiter kamen Grovlez' "Lamento et Tarantelle" unter den Händen von Klarinettistin Barbara Noller-Christ und Peter Triebelhorn (Klavier) daher. Auch Grovlez, der bei Gabriel Fauré studiert hatte, ist als Komponist nahezu unbekannt.

Triebelhorn brillierte ebenso mit Liszts Transkription von "Isolden's Liebestod", während Nina Steck (Viola) und Astrid Penkert (Klavier) den "Grusinischen Tanz" von Zinzadse zum Leben erweckten. Peter Gerter stellte mit den Stücken "La Cathedrale" von Fritz Pilsl und "Der russische Cowboy" von Viktor Vlassov das Bajan vor.

Und während Tenor Wolfgang Frisch, die Ulmer Flötentöne und Laurenz Antalffy (Continuo-Orgel) mit Dieterich Buxtehudes "Herr, wenn ich nur dich habe" den musikalischen Reigen eröffnet hatten, schloss Matthias Haacke (Gitarre) selbst den Abend mit einem beeindruckenden Glanzlicht: Dyens "Saudade Nr. 3". Begeisterter Applaus am Ende.

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