Steigendes Risiko Reisende verbreiten Masern

Eine Impfung wird in einer Arztpraxis vorbereitet.
Eine Impfung wird in einer Arztpraxis vorbereitet. © Foto: Ralf Hirschberger (dpa)
Ulm / dpa/swp/hau 06.07.2018

Die Masernfälle sind in Baden-Württemberg wieder deutlich gestiegen. Häufig sind es Reisende ohne Impfung, die die Krankheit aus dem Urlaub mitbringen.

81 Erkrankungen seien in der ersten Hälfte des Jahres gemeldet worden, teilte das Landesgesundheitsamt mit. Im selben Zeitraum im Jahr 2017 seien es nur 48 Fälle gewesen. Die Kreise Breisgau-Hochschwarzwald und Freiburg sind in diesem Jahr bislang mit dreizehn und elf Fällen besonders stark betroffen.

Im Alb-Donau Kreis erkrankten seit Anfang des Jahres gerade einmal zwei Menschen. Laut dem Gesundheitsamt des Landkreises handelte es sich dabei um ein Kleinkind und dessen Vater.

Krankheitsverlauf kann tödlich enden

Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung, die über Tröpfcheninfektion übertragen wird. Die Krankheit verläuft in zwei Phasen. Eine Woche nach der Ansteckung entwickeln sich zunächst grippeähnliche Symptome wie Fieber oder Schnupfen. Auch Bindehautentzündungen treten in dieser Phase auf. Die zweite Phase bringt dann den typischen Hautausschlag und hohes Fieber. Die Infektion kann in seltenen Fällen tödlich enden.

Impfungen können die Verbreitung deutlich eindämmen

„Eine Impfquote von 95 Prozent ist notwendig, um die Elimination der Masern zu erreichen“, sagte eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts. Aktuell liegen die Zahlen der Impfquoten bei Schulanfängern im Jahr 2016 vor. Demnach erhielten 92,9 Prozent der untersuchten Kinder in Deutschland die notwendige zweite Impfung. Baden-Württemberg schneidet im Bundesvergleich mit 89,5 Prozent am schlechtesten ab.

In Frankreich, Italien, Tschechien und Ungarn ist eine Impfung gegen Masern gesetzlich vorgeschrieben. Auch in Deutschland gibt es immer wieder Debatten über eine etwaige Impfpflicht.

Impfkritiker stürzen sich oft auf falsche Tatsachen

Einige Impfkritiker begründen ihre Ablehnung mit Theorien von Andrew Wakefield, einem britischen Arzt mit Berufsverbot. Er hat 1998 einen Artikel veröffentlicht, indem er einen scheinbaren Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und autistischen Störungen knüpfte. Zahlreiche Studien haben diese Theorie mittlerweile widerlegt. Großbritannien entzog ihm sogar die Arbeitslizenz und trotzdem schenken viele Menschen ihm Glauben.

Das Robert-Koch-Institut klärt Fragen rund um die Schutzimpfung.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel