Ulm/Alb-Donau-Kreis Regeln stehen fest

Ulm/Alb-Donau-Kreis / UTE GALLBRONNER 16.05.2013
Was sich schon angedeutet hat, ist gestern von Kultusminister Andreas Stoch in Worte gegossen worden: Es muss eine regionale Schulentwicklung geben. An manchen Orten hat man sich auf den Weg gemacht.

In der Stadt Ulm sind die Geburtenzahlen einigermaßen stabil, um Gymnasien und Realschulen muss man sich keine Sorgen machen. Anders sieht es bei den Werkrealschulen aus. Das haben die Eltern entschieden. Die Adalbert-Stifter-Schule entwickelt ein Konzept zur Gemeinschaftsschule, man denkt dabei auch über die Stadtgrenzen hinaus. "Aber mehr als vier Gemeinschaftsschulen verträgt auch Ulm nicht", sagt Gerhard Semler, Abteilungsleiter Bildung und Sport.

Auch an den anderen Werkrealschul-Standorten gibt es Ideen, durchaus erfolgsversprechende, wie Semler sagt. Zudem will man das Augenmerk darauf legen, die Grundschulen zu stärken. Diese sollen unangetastet bleiben - auch wenn sie sehr klein sind.

Im Zwei-Säulen-Modell, der Wunschvorstellung der Regierung für die weiterführenden Schulen, ist das Gymnasium als eine Säule benannt. Die zweite soll ein "integrativer Bildungsweg sein, der sich aus den bestehenden Schularten entwickelt". Also keine Rede mehr davon, dass die Gemeinschaftsschule favorisiert wird. Derzeit ist die Ulmer Schullandschaften so bunt wie an wenigen Orten im Land: Es gibt alle Schularten, inklusive die beruflichen Gymnasien in drei- und sechsjähriger Form. Von den Schulen in freier Trägerschaft ganz abgesehen.

Auch im Alb-Donau-Kreis haben viele Gemeinden mit der Schulentwicklung begonnen - mehr oder weniger gezwungenermaßen. "Jetzt ist eindeutiger definiert, wie es weitergeht", sagt Wolfgang Mäder vom Schulamt Biberach. "Wir sind ja nicht erst seit gestern in diesem Prozess", betont Mäder. Die demografische Entwicklung sei nicht wegzudiskutieren ebensowenig wie die fehlende Akzeptanz für die Werkrealschulen. Deshalb sei man längst im Gespräch. Vor allem mit jenen sechs Schulen, die im Sommer nicht die für eine Klasse erforderliche Mindestgröße von 16 Fünftklässlern erreicht.

Aus der Erklärung des Kultusministers hat Mäder auch entnommen, dass es nun ein Regelverfahren gibt, wie die Schulentwicklung in einer "Raumschaft" auf die Bahn kommt. Welche Gemeinden und Regionen eine solche "Raumschaft" umfasst, wird in Zusammenarbeit mit dem Schulamt festgelegt. Drei Anstöße gibt es: Wenn ein Schulträger dies von sich aus anregt, wenn eine Schule weniger als 16 Anmeldungen für die 5. Klasse hat oder ein Antrag auf eine neue Schule gestellt wird.

Stochs Regierungserklärung lässt Hintertürchen für Gemeinden offen, insbesondere wenn sie sich für eine Gemeinschaftsschule oder eine andere Art der Kooperation entscheiden, die mehrere Schulabschlüsse vor Ort ermöglicht. Dann könne im Sinne einer pragmatischen Lösung von der Zweizügigkeit abgesehen werden.

Sollte eine Region trotz Diskussionen und Schlichtung und erneuten Diskussionen zu keiner Entscheidung kommen, dann kann die Schulverwaltung entscheiden, einen Standort zu schließen.

Mehr zum Thema auf Seite 6 sowie unter swp.de/familie

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel