Ulm und Neu-Ulm Recup-Becher: Schon 23 Geschäfte bieten das Pfandsystem an

Der Recup-Becher mit Ulmer Skyline: Das Pfandsystem soll helfen, Plastikmüll zu vermeiden.
Der Recup-Becher mit Ulmer Skyline: Das Pfandsystem soll helfen, Plastikmüll zu vermeiden. © Foto: Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Carolin Stüwe 18.01.2019
Kaffeetrinker und -anbieter in Ulm und im Kreis Neu-Ulm können etwas gegen die Müllflut tun: Mit dem Recup-Becher. Wer alles mitmacht, erfährst du hier:

Ein Gast aus München, der mit dem Zug anreist,  könnte seinen daheim benutzten Recup-Becher in Ulm in der Beanbar bei Hugendubel in der Hirschstraße abgeben und sich das Pfand von einem Euro herausgeben lassen. Oder er lässt sich dort gleich einen Kaffee to go in einen frischen Becher einschenken und gibt diesen gebrauchten später bei Coffee Fellows in der Neuen Straße ab. Denn das ist das Prinzip des Systems, das die Münchner Firma Recup für ganz Deutschland entwickelt hat und auch in Ulm und im Landkreis Neu-Ulm etablieren möchte.

„Wir haben hier in der Region bereits alle möglichen Mitstreiter abgegrast, 23 machen schon mit, und künftig sollten alle diejenigen aufspringen, die noch zögern.“ Das sagte Florian Pachaly, einer der Geschäftsführer, am Donnerstag im Ulmer Rathaus bei der Präsentation des mintgrünen (0,4 Liter) und des schlammfarbenen (0,3 Liter) Polypropylenbechers. Ja, das nachhaltige Trinkgefäß werde deshalb aus Erdöl hergestellt, weil es leicht, bruchfest, stapelbar und geschmacksecht sein muss. Außerdem habe ein Test ergeben, dass der Becher 1000 Spülgänge aushält.

Ein Recup-Becher ersetzt 500 Einwegbecher

Hauptziel aber ist, dass ein einziger Mehrwegbecher 500 Einwegbecher ersetzen kann und komplett recycelbar ist. Derjenige Kaffeeanbieter, der einsteigen will, zahlt an Recup als Grundgebühr einen Euro pro Tag und Standort. Die Becher – es sollten mindestens 50 abgenommen werden – müssen ebenfalls zum Stückpreis von einem Euro erworben werden. Und: Die Kunden müssen gegenüber Einwegbecher-Käufern einen Preisnachlass erhalten. Pachaly: „Wenn’s nicht klappt, kann der Betreiber die 50 Becher wieder zurückgeben.“

Das würde Oberbürgermeister Gunter Czisch nicht so gerne sehen in seiner nachhaltigen Stadt. Denn es müsse bald eine Selbstverständlichkeit sein, dass sich jeder für weniger Müll einsetzt. Thorsten Freudenberger, Landrat des Landkreises Neu-Ulm, ergänzte: „Wir müssen im Kleinen dazu beitragen, dass wir große Ziele erreichen.“ Im Kleinen, das bedeute, dass die Firma jetzt viel Werbung machen soll, „damit das System bei den Menschen ankommt“. Auch deshalb wurden Becher mit einer Regio-Skyline hergestellt – etwa mit dem Münster, dem Neu-Ulmer Wasserturm und dem Kloster Roggenburg.

Eine Nachfrage, gleich im Café gegenüber vom Rathaus, hat ergeben: Im Coffee Fellows, einem der 23 bisherigen Teilnehmer (siehe Infokasten unten), gibt es „nur ganz wenige Kunden, die den Becher nutzen, das ist schade“, findet die Barista Mara Spitznagel.

Wer schon alles mitmacht beim Recup-System:

Ulm: Dort haben bisher 13 Betriebe/Einrichtungen einen Vertrag mit Recup abgeschlossen: das Intercity-Hotel, die beiden Coffee-Fellows-Filialen, das Gastro-Schiff „Bootshaus“, „Fruchtrausch“, La Piazza, Café Bossanova, Café Albert, Seeberger im Donautal, die Ran-Tankstelle (Heidenheimer Straße), das Berufsbildungswerk der Stiftung Liebenau, die Beanbar Hugendubel, die Spitalhofschule (vor allem für Wasser und Säfte).

Region: In Neu-Ulm: Coffee Bike, Regio frisch, Café D’Art, Restaurant 48 Grad Nord. Wer noch alles in Illertissen, Senden, Altenstadt, Roggenburg und Unterroth dabei ist sowie Neueinsteiger, steht im Internet unter www.recup.de

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel