Ulm Realgrund kauft brachliegendes Grundstück in der Karlstraße

Ulm / CHRISTOPH MAYER 20.06.2012
Die Zukunft der Tankstellen-Brache an der Karlstraße ist geklärt: Die Realgrund baut auf dem Grundstück ein sechsgeschossiges Wohnhaus mit mindestens 50 Eigentumswohnungen. Baubeginn ist 2013.

Über Nacht und ohne Absprache mit der Stadt war die 35 Jahre alte Shell-Tankstelle in der Karlstraße im vergangenen Herbst abgerissen worden, die Grundstücksbesitzer hatten den Pachtvertrag nicht verlängert. Anfang 2012 herrschte Klarheit bezüglich der beabsichtigten Neunutzung. Der Stadt lag ein Bauantrag des italienischen Tankstellenkonzerns Eni vor. Der wollte im Einvernehmen mit den Grundstückseignern – einer Memminger Erbengemeinschaft – eine größere Tankstelle samt Waschstraße einrichten, Öffnungszeiten: bis 24 Uhr. Anwohner protestierten. Das passe nicht zur geplanten Verkehrsberuhigung der Karlstraße (wir berichteten).

Auch die Kommunalpolitik sah das so. Im März vertagte der Bauausschuss des Gemeinderats einstimmig die Entscheidung über den Bauantrag um ein Jahr, um bis dahin einen Bebauungsplan aufzustellen, der den Bau von Wohnraum favorisiert und Tankstellen nicht zulässt. Gleichwohl war allen klar, dass das Moratorium nach hinten losgehen könne. Etwa, wenn die Eigentümer alle rechtlichen Mittel ausschöpfen oder auf Entschädigungszahlungen beharren würden.

So weit kommt es nun nicht. Wie Realgrund-Vorstandsvorsitzender Walter Hopp auf Anfrage bestätigte, hat die Realgrund-AG der Erbengemeinschaft das Grundstück abgekauft. Der Vertrag sei am Montag dieser Woche unterzeichnet worden – auch die Stadtverwaltung sei bereits informiert und habe ihr Einvernehmen signalisiert.

Im März nächsten Jahres werde man mit dem Bau eines voraussichtlich sechsgeschossigen Wohnhauses beginnen, sagt Hopp. Konkrete Pläne gebe es noch nicht, gedacht sei aber an wenigstens 50 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit einer Durchschnittsfläche von 60 bis 85 Quadratmetern. Platz für eine auf das sechste Stockwerk draufgesattelte großzügige Penthouse-Wohnung soll es auch geben.

Die Wohnungen werden alle verkauft, zu einem Quadratmeterpreis „ab 2500 Euro“, wie Hopp ankündigt. Dies sei im Vergleich zu anderen innerstädtischen Neubauprojekten günstig und erkläre auch die vergleichsweise hohe Anzahl der Wohnungen. „Wir brauchen die volle Auslastung des Grundstückes, sonst ist es für uns wirtschaftlich nicht tragbar.“ Ende 2014 – nach einer Bauzeit von 18 Monaten – werde das Haus bezugsfertig sein, prognostiziert der Vorstandsvorsitzende.

Wie hoch der Kaufpreis für das Grundstück war, darüber schweigt Hopp sich aus. Man sei „hart an die Grenze gegangen“. Offenbar hatte auch das Wohnbauunternehmen Munk mitgeboten, sich dann aber zu Gunsten von Realgrund zurückgezogen.

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