Ulm Reaktionen auf dem Münsterplatz: "Streiken, um wachzurütteln"

Ulm / MARLA BUDDE 27.03.2014
Rund 3000 Gewerkschaftsmitglieder des öffentlichen Dienstes waren der Aufforderung von Verdi gefolgt, sich auf dem Ulmer Münsterplatz zu eine Kundgebung zu treffen.
"Wir sind es wert!" oder "Rückt die Kohle raus!" stand auf den Plakaten, mit denen am Donnerstag rund 3000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes auf den Ulmer Münsterplatz gezogen sind. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu der Kundgebung aufgerufen. 

"Wir streiken, um die Leute wachzurütteln", sagte Gerlinde Wilde, die für die Stadt Schwäbisch-Gmünd als Reinigungskraft tätig ist. Die Leute würden oft erst bemerken, wie wichtig die öffentlichen Dienste sind, wenn diese ausfallen.

Norbert Stürzl aus Göppingen hat Verständnis für die Streikenden. "Das ist völlig nachvollziehbar", findet er. "Wenn die Busse nicht fahren, muss man von daheim früher losgehen." Er selbst fahre dann eben Auto. Auch ein weiterer Passant findet die Streiks absolut legitim - und sieht bei befristeten Verträgen ein großes Problem. Dass Angestellte von einem befristeten Vertrag zum nächsten geschoben werden könnten, sei nicht tragbar. Allerdings sei es "ein Unding, die Lohnerhöhungen auch auf Beamte zu übertragen".  

Genau dieses Thema stößt auch bei den Streikenden auf Unverständnis. "Das ist nicht richtig, weil Beamte nicht so hart arbeiten müssen wie wir und sowieso schon mehr Geld dafür bekommen", sagt Gerlinde Wilde. Wichtig sei jetzt aber, die Lohnerhöhungen durchzusetzen, "um endlich auch einen Anteil vom jährlichen Wachstum der Wirtschaft zu erhalten".