Basketball Ratiopharm Ulm verliert das Spiel gegen Oldenburg und Per Günther

THOMAS GOTTHARDT 26.05.2013
In Oldenburg hatte Ratiopharm Ulm noch einen knappen Auswärtssieg in der ersten Play-off-Partie errungen. Nun verloren die Ulmer in der heimischen Arena die zweite Partie im Halbfinale mit 60:72 gegen Oldenburg.

Auweia, der gestrige Tag war kein guter für die Ulmer Bundesliga-Basketballer. Nach zwei Minuten und fünf Sekunden im zweiten Playoff-Halbfinale gegen die EWE Baskets Oldenburg zog sich Ratiopharm-Spielmacher Per Günther eine Muskelverletzung in der Wade zu, war danach nicht mehr einsatzfähig und droht länger auszufallen. Die Gastgeber waren daraufhin so verunsichert, dass sie das erste Viertel mit 5:20 verloren.

Trotz einer starken kämpferischen Leistung in den restlichen 30 Minuten reichte es nicht mehr. Am Schluss zog der Vizemeister mit 60:72 den Kürzeren in diesem zweiten Süd-Nord-Gipfel. Das heißt für die „Best-of-five“-Serie (drei Sieg nötig): Nach dem Erfolg bei den Niedersachsen am vergangenen Dienstag und der gestrigen Pleite steht es zwischen beiden Teams 1:1. Das dritte Duell findet am kommenden Mittwoch (20 Uhr/live Sport 1) in Oldenburg statt. Die vierte Partie steigt am kommenden Samstag (17.30 Uhr) in der Ratiopharm-Arena. Eine mögliche fünfte Partie würde am 6. Juni dann wieder bei den Baskets stattfinden. Der Vorverkauf für die Begegnung am Samstag beginnt heute ab 10 Uhr (www.basketball-ulm.com/tickets).

Dabei fing der frühe Basketball-Abend in der mit 6000 Zuschauern ausverkauften Arena so prächtig an. Jan Pommer, Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL), zeichnete den Ulmer Center John Bryant als „Most Valuable Player“ (MVP) und „Best Offensive Player“ der Hauptrunde aus. Als Per Günther, der gerade seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert hat, einlief, war die Halle laut wie selten zuvor – alles war angerichtet, um einen wichtigen Schritt Richtung Finale zu machen.

Dann der Schock. Ohne Einwirkung des Gegners sank Per Günther plötzlich zu Boden, hielt sich mit schmerzverzerrtem Gesicht seine linke Wade und humpelte, gestützt von zwei Betreuern, vom Parkett. „Per Günther hat eine Muskelverletzung, vielleicht sogar einen Muskelfaserriss erlitten“, stellte Trainer Thorsten Leibenath eine erste Diagnose. Heute soll die Verletzung genauer untersucht werden. Dann wird auch feststehen, ob der 25-Jährige länger ausfällt. Die restlichen 38 Minuten lag der Nationalspieler jedenfalls in der Kabine und schaute sich das Spiel im Fernseher an. Was er sah, war zunächst unterirdisch. Ein Wurf nach dem anderen verfehlte den Korb. Knapp sieben Minuten waren gespielt, da erzielten die Ulmer die ersten beiden Punkte. Lance Jeter traf mit zwei Freiwürfen zum 2:11. Einen Freiwurf verwandelte noch Philipp Schwethelm. Die einzigen Zähler aus dem Spiel heraus erzielte Kapitän Steven Esterkamp zum 5:20 zehn Sekunde vor Ende des ersten Viertels.

„Die Verletzung von Per Günther hat das Team geschockt. Wir haben ein Viertel gebraucht, um uns davon zu erholen. Die restlichen drei Viertel konnten wir ausgeglichen gestalten. Aber im ersten Viertel haben wir uns um die Siegchance gebracht“, sagte Thorsten Leibenath. Erst langsam konnten sich die Ulmer auf die erneut glänzende Defensive der Gäste einstellen. Was jedoch blieb, war eine schlechte Wurfquote. Insgesamt kam das Team auf 34 Prozent aus dem Feld – zu wenig, um etwas gegen den Meister von 2009 ausrichten zu können. Dennoch: Das zweite Viertel endete 19:19, das dritte gewannen die Ratiopharm-Korbjäger mit 16:13, das vierte ging wieder Remis aus (20:20). Als Mitte des letzten Viertels beim Ulmer Rückstand von 46:58 erst Rickey Paulding, paar Sekunden später Julius Jenkins jeweils mit erfolgreichen Distanzwürfen die Führung wieder ausbauten, war klar, dass das nichts mehr werden würde mit der Aufholjagd. Eineinhalb Minuten vor der Schlusssirene, als die Norddeutschen mit 70:52 in Führung lagen, wurde es noch einmal richtig hässlich auf dem Parkett. Nach einem Schnellangriff setzte Keaton Nankivil zu einem Dunking an, da rauschte Ronald Burrell von hinten heran und räumte den Amerikaner so ab, dass er gegen die Korbanlage und einen Kameramann flog. Die Schiedsrichter verhängten ein disqualifizierendes Foul. Die BBL-Spielleitung muss nun den Bericht der Referees abwarten. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Burrell am Mittwoch aber nicht dabei sein.