Ulm Rathaus will Baustellen in Ulm besser planen

Die Stadt Ulm will Baustellen künftig besser planen.
Die Stadt Ulm will Baustellen künftig besser planen. © Foto: Archiv / Lars Schwerdtfeger
Ulm / JÜRGEN BUCHTA 29.07.2012
Die Stadt will alle, die im öffentlichen Verkehrsraum wirken, härter an die Kandare nehmen. Künftig sollen sie nur dann arbeiten, wenn es der Stadt passt. Das Schlagwort dazu: Baustellenmanagement.
Je mehr im öffentlichen Raum repariert, saniert und umgestaltet wird, desto mehr Menschen leiden unter Lärm, Staub und Gestank – und nicht enden wollenden Staus auf den Straßen. Das gilt nicht nur für die Arbeiten an und im Bereich von Fahrbahnen; besonders leidvolle Erfahrungen sind diesbezüglich während der B 10-Sanierung gesammelt worden. Auch aktuell. Gerade wird wieder ein Stück Tunnel hergerichtet, da kommen die Autos, wenn’s dumm läuft, schon auf Höhe Lehr nur noch im Schritttempo in Richtung Stadt voran.

Beeinträchtigungen gibt es an allen Großbaustellen. Als die Gründungspfeiler für den Sparkassen-Neubau in den Boden getrieben wurden, wurde es lauter als erlaubt. Anschließend rollen Lastwagen beladen mit Schutt, den es wegzukarren gilt, und mit Material für die Baustelle.

Daran wird sich auf absehbare Zeit nichts Wesentliches ändern. Was die Verwaltung jetzt im Blick hat: die zeitliche Abfolge vom Bauvorhaben zu koordinieren. Einzelne Projekte sollen so auf einander abgestimmt werden, dass die Belastung für Anlieger, Pendler sowie für den Geschäfts- und Publikumsverkehr in der Stadt sinkt.

Zentrale Koordinierungs- und Steuerungsstelle dazu sei das Baustellenmanagement, das mit eigenen Leuten aus der Stadtverwaltung besetzt ist, berichtete der städtische Verkehrsplaner Rüdiger Patz den Mitgliedern des Fachbereichsausschusses Stadtentwicklung, Bau und Umwelt. „Wesentliche Punkte des Managements sind die Bündelung der Informationen bezüglich der geplanten Baustellen, die Einschätzung von deren verkehrlicher Auswirkungen und gegenseitiger Beeinflussung, ein Baugenehmigung mit vorangegangenem Check der zentralen Baukoordination und Information der Bürger der Stadt.“

Wie soll das in der Praxis funktionieren? Vorarbeiten habe die Verwaltung schon geleistet, berichtete Patz weiter. Über das Büro Scherr und Klimke hat sie sich zunächst einen Überblick über die zeitliche Abfolge der geplanten großen Bauvorhaben verschafft. Anschließend hat sie das Büro Dr. Brenner in Aalen beauftragt, auf Grundlage dieser Daten Unverträglichkeiten und ins Haus stehende Probleme in einem „Stresstest“ zu ermitteln.

Ein erster „Stresstest“ habe schon einiges bewirkt: „Durch die Verschiebung von Baumaßnahmen beziehungsweise Abstimmungen mit den Bauträgern wurden kritische Überlagerungen und Eingriffe bereits deutlich reduziert“, heißt es weiter im Bericht der Verwaltung, über den die Ausschussmitglieder zu befinden hatten.

Das Baustellenmanagement, in dem seit Ende vergangenen Jahres fünf Leute aus dem Sachgebiet Verkehrsordnung mitwirken, setzt für kommenden Dezember eine Abstimmungsrunde an. Während der sollen alle Ulmer Firmen, die Versorgungsleitungen betreiben, ihre Bauvorhaben melden. Geplant ist, die Veranstaltung alljährlich zu wiederholen. Künftig, so heißt es weiter, sollen auch Anträge zu großen Hochbauprojekten erfasst und ihre Auswirkungen auf den Verkehr ermittelt werden.

„Bis heute ist es doch so“, fasste Baubürgermeister Alexander Wetzig die Bestrebungen zusammen: „Wenn einer baut, dann hat er das der Stadt mitgeteilt. Künftig wird die Stadt entscheiden, wann er das tut.“ Sie behalte sich vor, das zeitliche Aufeinander der einzelnen Projekte festzulegen.