Die Gestaltung des Ulmer Donauufers kommt wieder in Fluss. Nachdem entsprechende Pläne vor Jahren auf Eis gelegt werden mussten, haben die Stadträte nun für 70.000 Euro einen Planungswettbewerb unter Landschaftsarchitekten ausgelobt, die ein grundlegendes Konzept für die Zukunft des Abschnitts zwischen den beiden Donautürmen, also etwa zwischen Eisenbahn- und Gänstorbrücke, erarbeiten sollen. Und zwar nach diesen Maßgaben:

Verkehr Am Donauufer sind an schönen Tagen Massen von Menschen unterwegs. Und der Verkehr nimmt weiter zu. Um künftig Konflikte zu vermeiden, sollen Fußgänger- und Radverkehr neu geordnet werden. Das wird nicht ganz einfach sein, wie die Stadtplaner prophezeien: "Wir werden an manchen Stellen in die Donau hineinmüssen, um das Ufer zu verbreitern."

Nutzung Das Ufer soll noch besser genutzt werden können, mit Sitzgelegenheiten wie bereits bei den Stufen Höhe Fischerplätzle und mit direktem Kontakt zum Wasser. Wo kann man jetzt schon mal die Füße ins Wasser hängen? Speziell im Fokus ist die Gänslände, bislang im Wesentlichen als temporärer Tribünenbereich beim Nabada genutzt. Dort könnte eine Liegewiese mit leichter Terrassierung und dauerhaften Sitzstufen angelegt werden.

Anlegestelle Auf Höhe des Fischerplätzles soll die Stadt Ulm endlich eine standesgemäße Anlegestelle für ihre Flaggschiffe bekommen, die Ulmer Schachteln. Das wird als "Wassertor zur Donau" bezeichnet.

Festplatz Die Nutzungsmöglichkeiten für Stadtfeste sollen verbessert werden, das betrifft insbesondere die Donauwiese zwischen Donauschwabendenkmal und Metzgerturm. Bisher muss dafür immer ein großer Aufwand für provisorische Einrichtungen betrieben werden.

Die Jurysitzung zum Wettbewerb ist für Oktober anberaumt, wobei damit ausdrücklich noch kein Bauprogramm beschlossen ist. Nach dieser Ideensammlung sollen die Details der Ufergestaltung vielmehr im Dialog mit der Bürgerschaft weiterentwickelt werden. Und für die Zeit, wenn es dann drauf ankommt, stellt sich die Stadt schon mal auf harte Auseinandersetzungen um die wasserrechtlichen und naturschutzrechtlichen Belange ein.

Wetzigs Donau

Ziellinie Es war kürzlich im Ulmer Stadtentwicklungsausschuss der allerletzte Tagesordnungspunkt in der Amtszeit des ausgeschiedenen Baubürgermeisters Alexander Wetzig: die Aufwertung des Donauturms vom weißen runter bis zum roten Donauturm. Und es war zum Abschied ein Herzensanliegen für Wetzig, dass dieses Thema "auf der Agenda bleibt".

Neustart Tatsächlich waren Wetzig und die Stadt schon mal ziemlich weit in dieser Sache. Der Ulmer Donaudialog mit Aspekten zur Nutzung und Gestaltung des Donauufers ist 2009 in einem Buch auf 88 Seiten zusammengefasst worden; doch dann machte die miese Haushaltslage der Umsetzung einen Strich durch die Rechnung. Jetzt wird dies wieder aufgerollt. Mit neuen Aspekten.