Ulm / Carolin Stüwe

Die Stadt braucht Wohnraum zum Leben. Sie braucht Grünflächen zum Atmen. Und sie braucht einen attraktiven Bahnhalt zum Ausbau der elektrischen Mobilität auf der Schiene. Auf dem Terrain Söflinger Bahnhof könnte sie alles vereinen und sogar noch als I-Tüpfelchen ein Schmuckstück aus dem Jugendstil-Gebäude machen.

Also Planer und Architekten: ran an die Kartoffeln. Eine Bestandsaufnahme, die sich nach Angaben der Projektentwicklungsgesellschaft noch bis zum Jahresende hinziehen wird, weil auswärtige Planer schlecht zu bekommen seien, ist eine schwache Ausrede. Einziger Bremsklotz könnte der Mieter sein, der bislang im Obergeschoss wohnt und erst eine neue Bleibe finden muss.

Es gibt positive Beispiele in der Region, etwa in Langenau und Leutkirch, wie solch eine Umwidmung eines funktionalen Gebäudes vonstatten geht. Außerdem hat Ulm durch einen Zufall ausgerechnet beim Projekt Söflinger Bahnhof einen engen Kontakt zur Bundesstiftung Baukultur geknüpft. Deren Architekten haben genug Erfahrung mit aufgehübschten Bahnhöfen. Die Nutzung reicht von Bürgertreff über Kindergarten bis zur Bibliothek.

Bis die Planer so weit sind, könnte man in Sachen Söflinger Bahnhof eine Bürgerbeteiligung buchstäblich auf die Schiene setzen. Gleich nächste Woche!