Ulm Rahmenplan für Ufergestaltung: Donau in voller Breitseite erleben

Ulm / JAKOB RESCH 19.10.2015
Das Donauufer in Ulm soll aufgewertet werden. Füße reinhängen, nicht von Radlern überfahren werden, das sind Leitlinien für die Ufergestaltung.

Man muss nicht immer gleich die Welt verändern. Es geht auch eine Nummer kleiner. So sagt Baubürgermeister Tim von Winning zum Ulmer Donauufer: "Das ist jetzt schon ein ganz toller, ein belebter Ort, den die Ulmer genießen." Aber es lässt sich zweifellos was verbessern. Darum hat die Stadt fünf Fachbüros damit beauftragt, Ideen zur Uferaufwertung vom Weißen bis zum Roten Donauturm vorzulegen. Dabei waren zu beherzigen: bessere Aufenthaltsqualität, Entschärfung des Nebeneinanders von Radlern und Fußgängern, Anlegestelle für Schiffe, Platz für Feste.

Am besten hinbekommen hat das das Berliner Büro Boehm, Benfer, Zahiri Landschaften (BBZL), wie eine Fachjury unter Vorsitz von Prof. Cornelia Müller (ebenfalls Berlin) Ende vergangener Woche fand: "Sie thematisieren großzügig den Flussraum." Dabei werden die Uferbereiche vom Zugang aus der Stadt heraus gedacht. Am Metzgertor entsteht so ein Verteiler, vor dem Fischerplätzle noch mal ein größerer Platz, um das Panorama auf die Donau zu öffnen. Cornelia Müller nennt dies die Konzentration auf "Scharniere", ohne gleich alles durchzugestalten; dies lässt Freiraum für den Rest. "Wünsche, etwas hinzuzufügen, sind möglich."

Im Zentrum dieses Rahmenplans steht eine Donauwiese, die nicht mehr vom Fluss abgeschnitten ist. Das wird möglich, indem der Radweg zur Stadtmauer zurückgesetzt wird. Das ist auch der große Unterschied zu Rang zwei (Glück Landschaftsarchitekten, Stuttgart), den die Jury auch nicht schlecht fand.

Tim von Winning sagt: "Der Aufenthaltsbereich liegt jetzt eher am Fluss." Vielleicht mal mit Kiesbank oder Badestrand. Am Fischerplätzle könnte eine Anlegestelle, am Blaueinfluss ein Café liegen. "Wir haben Ideen bekommen, den Raum zu verstehen, Potenziale zu entdecken." Darauf wird jetzt aufgebaut im Gespräch mit Bürgern zu den einzelnen Orten. Von den ersten Maßnahmen seien "keine großen Sprünge" zu erwarten. Sollte man in die Ulmer Donau ja auch nicht machen.

Info
Die Arbeiten sind von heute bis Freitag, 9 bis 19, und am Samstag, 24.Oktober, 10 bis 15 Uhr zu sehen. Ort: Hochschule für Kommunikation im Ziegelländeweg am Oberen Donauturm. Am Donnerstag, 18 Uhr, gibt es einen öffentlichen Rundgang.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel