Straftat Radfahrer ausgesetzt und abgereist

Ulm / cst 06.10.2018

„Eine Aussetzung hatte ich noch nie“, sagt Michael Bischofberger, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Ulm. Dort ist der Fall eines verletzten Radfahrers gelandet, der von einem Autofahrer auf einer Landstraße ausgesetzt und sich selbst überlassen wurde. Der Mann ist bekannt, aber offenbar nur einen Tag nach dem Vorfall im Frühjahr ins Ausland verreist und seither nicht wieder aufgetaucht. „Wir suchen den Beschuldigten“, sagt Bischofberger. Eine Anklage in Abwesenheit erlaube das Gesetz nicht.

Was war damals geschehen? Wie berichtet, war der 30-jährige Radfahrer am 18. April gegen 15 Uhr vom Michelsberg kommend auf der Frauenstraße Richtung Stadtmitte gefahren. Zur selben Zeit fuhr ein blauer Kangoo die Frauenstraße in Richtung Michelsberg und bog an der Kreuzung zur Karlstraße nach links ab, ohne auf den Radler zu achten. Die beiden stießen zusammen, der Radfahrer verletzte sich.

Daraufhin bot der Autofahrer an, den Verletzten in die Klinik zu bringen. Er lud das Rad in seinen Wagen und ließ den 30-Jährigen einsteigen. Offenbar hatte das Unfallopfer dieser Vorgehensweise zugestimmt. Der Kangoo-Fahrer fuhr jedoch nicht in die nächstgelegene Klinik – „obwohl der Verletzte ins Krankenhaus gehört hätte“ (Bischofberger) – , sondern fuhr aus der Stadt hinaus Richtung Westen. Auf der Landstraße zwischen Bach und Ringingen lud er das Rad aus, hieß den 30-Jährigen auszusteigen, und fuhr davon. Wenig später kam ein anderer Autofahrer vorbei, kümmerte sich um das Opfer und rief einen Rettungswagen, der den 30-Jährigen in die Klinik brachte.

Offenbar hatte der Verletzte zuvor versucht, den Unfallfahrer und dessen Auto zu fotografieren, woraufhin ihm dieser ins Gesicht schlug. Trotzdem hatte sich der Verletzte Teile des Kennzeichens merken können, woraufhin die Polizei sehr schnell den Fahrzeughalter ermitteln konnte. Bis heute aber fehlt von dem Mann jede Spur.

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