In der Ulmer Fußgängerzone in der Nähe des Bahnhofs ist es am Samstagabend erneut zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen gekommen. Dabei ist ein 19-Jähriger leicht verletzt worden.

Wie die Polizei am Montag erst mitteilte, ist der Streit kurz nach 18 Uhr in der Bahnhofstraße entbrannt. Demnach hat die Auseinandersetzung zwischen zwei von der Polizei nicht näher definierten Gruppen mit rund 15 Personen stattgefunden, die aufeinander losgegangen seien. Das hätten Zeugen berichtet. „Die Polizei war zwar schnell da, doch die Personen waren größtenteils schon weg“, heißt es im Polizeibericht. Eine Suche in der Stadt sei erfolglos geblieben.

Lediglich ein 19-Jähriger, der bei der Schlägerei leicht verletzt worden ist, sowie zwei seiner Bekannten, blieben zurück. „Allerdings wollten sie uns nicht sagen, um was es bei dem Streit ging, teilte ein Polizeisprecher auf Anfrage mit. Auch die Aussagen der Zeugen seien bislang wenig verwertbar. Es sei nicht klar, um welche Gruppen es sich gehandelt habe.

Nach Informationen dieser Zeitung soll es sich um bis zu 30 Personen gehandelt haben, die im Zuge ihrer Auseinandersetzung auch Passanten angerempelt haben sollen. Dem 19-Jährigen sei mehrmals auf den Kopf getreten worden.

Mehr Streifenbeamte

Der Vorfall könnte die Diskussion um Sicherheit in der Stadt nochmals befeuern. Wie berichtet, hatten Händler beklagt, dass speziell in der oberen Bahnhofstraße Verwahrlosung und Gewalt von verschiedenen Gruppen ausgehe, von der sich auch Angestellte und Passanten bedroht fühlen. Das sei reißerisch und überzogen, betonte dagegen OB Gunter Czisch erst am Samstag in einem Interview mit der SÜDWEST PRESSE: „Ulm ist eine sichere Stadt.“ Massenschlägereien seien ein Einzelphänomen. Man sehe jedoch den Handlungsbedarf, um diesen Bereich zu befrieden.

Letzteres heißt, dass die Polizei dort verstärkt Beamten einsetzt. „Wir haben Verstärkung von der Bereitschaftspolizei bekommen“, sagte der Sprecher. Die Kollegen liefen in Uniform und in Zivilkleidung Streife. Citymanager Henning Krone wollte den Vorfall nicht kommentieren: „Zu dem Thema ist alles gesagt“, verwies er auf das Interview mit Czisch. „Es gibt Absprachen mit der Polizei. Alles funktioniert sehr gut.“