Wiblingen Prozession mit 40 Pferden und Reitern am Freitag

Die Wiblinger Heilig-Kreuz-Reliquie.
Die Wiblinger Heilig-Kreuz-Reliquie. © Foto: Ulrich Kloos
Wiblingen / Verena Schühly 12.09.2018
Zum Wiblinger Heilig-Kreuz-Fest am 14. September startet ein Ritt von Gögglingen, er endet im Klosterhof.

Hoch zu Ross zum kirchlichen Fest  ­ – beim Blutritt in Weingarten hat das eine lange Tradition. Sie hat zu tun mit der Heilig-Blut-Reliquie, die in der Weingartener Kirche seit über 950 Jahren verehrt wird. In der Wiblinger Klosterkirche gibt es eine Heilig-Kreuz-Reliquie: also einen Partikel vom Kreuz, an dem Jesus Christus starb. Vor 925 Jahren haben die Grafen von Kirchberg, als sie das Kloster stifteten, den Benediktinermönchen die kostbare Reliquie vermacht.

Am Freitag, 14. September, wird in Wiblingen traditionell das Heilig-Kreuz-Fest gefeiert  – und erstmals gibt es dazu eine Reiterprozession. Die Idee stammt von Ulrich Kloos, katholischer Dekan und  Wiblinger Pfarrer. Er kennt die Tradition der Blutritte aus Kindertagen in Bad Wurzach. „In und um Wiblingen haben wir viele Reiterhöfe und Reitvereine. Ich dachte, das kann man ja mal probieren.“ Er ist auf positive Resonanz gestoßen: Rund 40 Reiter und Pferde wollen mitmachen.

Kleiner Teil auch in Gögglingen

Die Prozession hoch zu Ross startet um 16 Uhr in Gögglingen. In der dortigen Heilig-Kreuz-Kirche befindet sich ein kleiner Teil des Wiblinger Kreuzpartikels. „Im Jahr 1803 hat der Wiblinger Abt Ulrich IV den Partikel in einer feierlichen Prozession mit dem Vierspänner nach Gögglingen bringen lassen“, berichtet Kloos.

Den säuberlich versiegelten Partikel transportieren die Reiter übermorgen nach Wiblingen, wiederum in einer vierspännigen Kutsche. „Dann sind für kurze Zeit der große und der kleine Teil wieder vereint“, meint Kloos. Um 18 Uhr wird der Zug feierlich durch den Torbogen in den Klosterhof einreiten. Dort ist eine Segnung von Tieren und Menschen mit der Heilig-Kreuz-Reliquie vorgesehen.

Im Anschluss findet ab 18.30 Uhr in der Basilika ein Festgottesdienst statt, der heuer auch größer als sonst ausfällt, weil es neben dem 925. Jahrestag der Klostergründung noch ein zweites Jubiläum gibt: Vor 25 Jahren wurde die Wiblinger Klosterkirche von Papst Paul II zur Basilika erhoben. Ulrich Kloos: „Die Erhebung macht deutlich, was ich als Pfarrer auch immer wieder erlebe, dass viele Menschen hier im Gebet vor dem Kreuz Kraft finden und das seit mehr als 900 Jahren. Für mich ist die Kirche ein Kraftort.“

Der Dekan freut sich, dass am Festgottesdienst Kardinal Walter Kasper teilnimmt, „das setzt unserem Heilig-Kreuz-Fest einen besonderen Akzent, denn Kasper hat immer was zu sagen“.

Info Der Festgottesdienst zum Heilig-Kreuz-Fest am Freitag, 14. September, beginnt um 18.30 Uhr in der Klosterkirche. Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst  von einem vierstimmigen Männerchor von St. Martin und einem Bläserquartett, das Musik aus Wiblinger Handschriften zu Gehör bringt.

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